Adrian McKinty: Der katholische Bulle

Der katholische Bulle

Verlag: Suhrkamp Verlag [mehr Bücher von diesem Verlag zeigen]
Sparte: Krimi
ISBN-13 978-3-518-46450-2

Preis: 19,66 Euro bei Amazon.de [Stand: 10. Dezember 2016]
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Detective Sergeant Sean Duffy ist Dreißig, ledig und katholisch. Dennoch wohnt er in einer protestantischen Straße und arbeitet für die britische Polizei in Nordirland. Carrickfergus ist ein Vorort von Belfast, Bombenexplosionen, Schusswechsel und Hubschrauber am Himmel bilden die alltäglichen Hintergrundgeräusche des Lebens für die Menschen dort 1981. Drogenhandel, Schutzgelderpressung, Jugendgewalt gehören zum polizeilichen Alltag, überlebenswichtig ist der Blick unters Auto bevor man einsteigt, ob dort eine Bombe deponiert ist.
In diesem Bürgerkrieg gibt es keine Serienmörder, glaubt Duffy, bis zu dem Tag als zwei Männer ermordet und verstümmelt werden und er ein schwulenfeindliches Bekennerschreiben bekommt. Hinweise und Indizien führen zu wichtigen IRA-Männern. Um in ihrem Umfeld zu ermitteln und Zeugen zu befragen braucht man viel Mut und bekommt doch keine Antworten. Dennoch ermittelt Duffy weiter, selbst als ihn seine Chefs zurückpfeifen und ihn seine Sturheit beinahe das Leben kostet.

Sean Duffy ist hardboiled mit einem Hauch von lonesome cowboy, ein guter Typ, aber kein Gutmensch. Er hat seine Schwächen, u.a. für schöne Frauen und Whiskey. Das Buch ist aus seiner Sicht in Ich-Form geschrieben, die Sprache ist angenehm, intelligent und trotz der lebensfeindlichen Umwelt reich an trockenem Humor. Das macht den Titelhelden sehr sympathisch. Besonders gefallen hat mir der Hintergrund vor dem all das spielt. Die Darstellung des Lebens rund um Belfast, des Alltags für Zivilisten, Aktivisten und Polizisten inmitten des blutigen Nordirland-Konflikts ist beeindruckend gut dargestellt. Fast nebensächlich und doch allgegenwärtig, da jeden Schritt, jede Unterhaltung beeinflussend. Geschichtsschreibung hautnah.
Fazit
Ein zweifellos blutiger Krimi, doch erfreulicherweise nicht weil sich der Autor noch einen geistesgestörten Soziopathen ausgedacht hat, sondern weil das Leben in Irland zu der Zeit eben so war. Ein gesellschaftskritischer und zugleich historischer Krimi vom Feinsten. Unbedingt lesen!
10 Sterne10 Sterne10 Sterne10 Sterne10 Sterne10 Sterne10 Sterne10 Sterne10 Sterne10 Sterne

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Vorgeschlagen von Maren Partzsch [Profil]
veröffentlicht am 06. August 2013

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