E. C. Tubb: Planet der Stürme

Planet der Stürme

Verlag: Atlantis-Verlag, Stolberg [mehr Bücher von diesem Verlag zeigen]
Sparte: Science Fiction
ISBN-13 978-3-86402-082-7

Preis: 10,00 Euro bei Amazon.de [Stand: 10. Dezember 2016]
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Aus dem Kälteschlaf geweckt, findet Earl Dumarest sich auf einer Welt, für die er nicht gebucht hat. Er strandet unfreiwillig auf Gath, einer Welt, von der man in der Regel nicht wieder wegkommt, da sie so abseits liegt und nur deshalb besucht und bewohnt wird, weil dort mit Auftreten der Stürme in den Bergen eine seltsame Melodie erzeugt wird. Daher ist die Welt Gath nur touristisch interessant. Ein kosmischer Vagabund wie Earl Dumarest ist hier ziemlich aufgeschmissen. Kurz nach seiner Ankunft auf Gath trifft Earl auf einen alten Freund, der hier ebenfalls gestrandet ist, sich aber behelfsmässig über Wasser halten konnte. Megan, der, ähnlich wie Earl, von Planet zu Planet reist. Auch er wartet, bis sich die nächste Gelegenheit zur Weiterreise ergibt.

Die Erklärung, warum er auf Gath strandete ist recht simpel. Die Matriarchin von Kund hat das Schiff komplett gemietet und Earl war bereits eingefroren, so dass er das Raumschiff nicht mehr verlassen konnte, bzw. der Kapitän ihn nicht mehr weckte. Begleitet wird die Matriarchin von ihrer zukünftigen Nachfolgerin Seena Thooth, die sie auf dem Planeten der Stürme ernennen will und dem Cyber Dyne, einem Cyborg des mächtigen Cyclan, der als Berater tätig ist, wie es scheint aber seine eigenen Absichten und Pläne verfolgt. Ebenfalls auf den Planeten kommt ein harter Konkurrent der Matriarchin, der Herrscher von Emmened, der seine eigenen Pläne verfolgt, wie auch der Verwalter des Planeten. Der Herrscher ist ein gewalttätiger Mensch, der sich an den Qualen seiner Untergebenen erfreut und so kommt es, das Dumarest, der Geld benötigt, sich auf einen zweifelhaften Kampf mit einem Krieger seines Gefolges einlässt. Er gewinnt durch den Tod des Anderen, und erringt die Bewunderung der Matriarchin, die ihn wieder aufpäppelt.

Im weiteren Verlauf der Geschichte wird Earl aber von ihr Gebeten, sie zu begleiten. Sie erkennt zum Beispiel die Neigung ihrer Nachfolgerin zu Earl und weiss, sie soll sich noch mal "austoben" bevor sie die Herrschaftswürde annimmt und dann nichts mehr für Männer übrig haben kann. Dabei kommt Earl einem Komplott gegen die Matriarchin und ihrer Nachfolgerin auf die Spur, in der der angebliche Berater eine grosse Rolle spielt. In all dem Durcheinander beim wütenden Sturm und den Gefühlsaufwallungen der Menschen kommt Earl dem Cyborg-Berater auf die Spur, der den Tumult nutzen wollte, um die Nachfolgerin der Matriarchin gegen einen Klon auszutauschen. Earl tötet ihn. Der Dank der Matriarchin und ihrer Nachfolgerin Seena Thooth gewiss.
Fazit
Mit dem Roman Planet der Stürme beginnt der Atlantis-Verlag von Guido Latz die Neuveröffentlichung und Fortführung der Earl Dumarest Saga, die ihr Schöpfer E.C. Tubb seit 1967 schrieb. In insgesamt dreiunddreissig Abenteuern, die zum Teil noch nicht in Deutschland veröffentlicht wurden, steht der Sternentramp Earl Dumarest im Mittelpunkt. In den Erzählungen wir immer wieder deutlich, Earl ist kein Mensch, der sesshaft werden wird. Als zehnjähriger Bub verliess er die Heimat aus Abenteuerlust. Inzwischen gilt seine Heimat, die Erde als in Vergessenheit geraten. Mit einem gelungenen Titelbild von Timo Kümmel liess der Atlantis Verlag den Roman von Thomas Michalski neu übersetzen. Neben der gelungenen Übersetzung findet sich ein Vorwort von E.C. Tubb zur italienischen Ausgabe und ein umfangreiches, informatives Nachwort von Philip Harbottle.

Dem Buch merkt man sein Alter an. 1967 geschrieben und damit mehr als 50 Jahre alt, ist der Sense of Wonder noch gegeben. Das Science Fiction Weltall war noch nicht so erforscht wie heute, wo sich allenthalben Serien dort abspielen, die zum Teil über fiktive jahrtausende zählende Jahre geht. Earl Dumarest ist als Serie eine Abenteuer-SF, als Held ein Protagonist der alten Schule. Er ist noch das, was der frühe Perry Rhodan oder Arn Borul waren. Ein Abenteurer, der seiner Wege geht, allen Widrigkeiten zum Trotz.

Planet der Stürme ist trotz seines Alters nicht nur für "Alt"-SFler ein interessant zu lesender Auftaktband. Die Serie spielt in einer fernen Zukunft, wo alle bewohnten Planeten offenbar ehemalige Kolonialplaneten der Erde darstellen. In den Romanen kommen so gut wie nie fremdrassige Intelligenzen vor. Die Wurzel der Menschheit geriet in Vergessenheit und die verschiedenen Kulturen entwickelten sich politisch und gesellschaftlich weiter, sogar eher zurück, da der Aufbau oft auf ein feudales Mittelalter mit Adligen und ähnlichen Hierarchien hindeutet. Das mag ein ungeklärter Widerspruch an sich darstellen, wirkt aber dennoch. Im Gegenteil, manchmal würde die Geschichte gar nicht funktionieren, wäre die Geschichte anders. So bleibt eine Retro-SF, die bei altgedienten Lesern auf andere Weise wirkt, wie auf Jungleser. Beide Seiten dürften ihren Spass daran haben.
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Vorgeschlagen von erik schreiber [Profil]
veröffentlicht am 12. Juni 2013

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