Alan Bradley: Flavia de Luce. Mord im Gurkenbeet

Flavia de Luce. Mord im Gurkenbeet

Verlag: Blanvalet Verlag [mehr Bücher von diesem Verlag zeigen]
Sparte: Krimi
ISBN-13 978-3-442-37624-7

Preis: 8,99 Euro bei Amazon.de [Stand: 09. Dezember 2016]
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Zu Flavias Zeit war Prinz Charles noch ein kleiner Junge und Großbritannien wurde von Charles Großvater Georg VI. regiert. Klein und mager sieht Flavia auf dem Titelbild in ihrem strengen schwarzen Kleid mit weißem Kragen aus, so dass man ihr auf den ersten Blick eine gefährliche Verbrecherjagd kaum zutraut. Von Schule für Flavia und ihre älteren Schwestern Daphne und Ophelia ist nicht die Rede. Die mutterlos auf dem großzügigen Anwesen der Familie de Luce in der englischen Provinz aufwachsenden Mädchen scheinen sich, vom Einfluss Erwachsener nur selten gestört, eher selbst zu erziehen. Flavia, die jüngste der drei, lebt ihre schrägen Interessen im eigenen Chemie-Labor hemmungslos aus. Rhetorische Eifersüchteleien zwischen den Schwestern werden mit spitzer Zunge schlagfertig ausgetragen. Als Rache für einen Streich präpariert Flavia z. B. ungerührt den Lippenstift einer ihrer Schwestern mit Giftsumach.

Als ein Fremder unter merkwürdigen Umständen im Gurkenbeet der de Luces stirbt, setzt Flavia alles dran, den Fall aufzuklären und ihren in die Angelegenheit verwickelten Vater zu schützen. Der geheimnisvolle Tote steht im Zusammenhang mit einer vor 30 Jahren verschwundenen Briefmarke und einem Todesfall, der sich deshalb während der Schulzeit des alten Colonel de Luce ereignete. Flavia schwingt sich auf ihr Fahrrad Gladys und ermittelt höchstpersönlich in den Zentren des Dorfklatschs, der Dorfbücherei und der kleinen Post. Mit beneidenswertem Selbstvertrauen und einer in jahrelangem Gezicke zwischen den Schwestern geübten Schlagfertigkeit unternimmt die Elfjährige eigene Ermittlungen und schreckt dabei auch nicht vor der direkten Konfrontation mit Mordverdächtigen zurück. Als wandelndes Chemie-Lehrbuch zeigt Flavia ein besonderes Händchen für chemische und pharmakologische Details des Mordfalls. Selbst wird man beim Lesen kaum auf die Lösung der verwickelten Verschwörungsgeschichte kommen.

Die Stimmung der 50er Jahre, als ein Radio noch Röhren enthielt und Väter darauf achteten, dass ihre Töchter nur in dringenden Notfällen telefonierten, hat Alan Bradley äußerst charmant getroffen. Liebenswerte Nebenfiguren (Dagger, der mit Colonel de Luce gemeinsam in der Armee gedient hat, und Mrs. Mullet der Köchin) können sich im ersten Band um Flavia noch kaum entfalten und wecken die Neugier auf die Folgebände.
Fazit
Erwachsene Leser, die nicht zu ernsthaft verfolgen, was Flavia in Reagenzgläsern und Kolben im Labor zusammenbraut, und die keine hohen Ansprüche an die realistische Darstellung einer Elfjährigen haben, werden von Mord im Gurkenbeet vorzüglich unterhalten. Für einen All-Age-Roman ist m. A. die Handlung zu kompliziert und die Sprache zu hintergründig.
7 Sterne7 Sterne7 Sterne7 Sterne7 Sterne7 Sterne7 Sterne7 Sterne7 Sterne7 Sterne

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Vorgeschlagen von Helga Buss [Profil]
veröffentlicht am 16. Mai 2011

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