Theodor Fontane: Mathilde Möhring

Mathilde Möhring

Verlag: Reclam Verlag [mehr Bücher von diesem Verlag zeigen]
Sparte: Belletristik
ISBN-13 978-3-15-009487-7

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Fontanes "Mathilde Möhring" ist die kurze Einsicht ein das Leben der einfachen und nüchternen Mathilde Möhring.
Mathilde wird in einfache Verhältnisse geboren und nach dem ihr Vater verstorben ist, lebt sie mit ihrer noch einfacheren und ewig leidig Mutter mitten im Berlin in einer Mietwohnung im 4.Stock, die sie sich durch zeitweilige Untermieter leistbar halten. Bis eines Tages Hugo Großmann sich als Untermieder vorstellt. Ein ewiger Student der Juristerei, der vor seiner Prüfung steht. Als er eines Tages schwer erkrankt und sich Mathilde seiner annimmt und ihn pflegt, erkennt der Student in ihr die gute Ehefrau. Alsbald er gesund ist, heiraten die beiden. Dank ihres ausgeklügelten Planes, was aus sich und ihrem Eheleben zu machen, übernimmt sie die Führung Hugos, bringt ihn durch seine Prüfung, verschafft ihm eine Anstellung als Bürgermeister, bringt sich erfolgreich selbst ins Dorfleben ein und lebt ein glückliches und zufriedenes Leben. Doch wenige Jahre nach der Hochzeit verstirbt der ohnehin an schwacher Konstitution leidende Hugo an einer Lungenentzündung. Mathilde findet sich wieder zurückversetzt in die Mietwohnung und die Mutter im 4.Stock in der Georgenstraße 19I in Berlin. Doch anstatt die trauerende Witwe zu sein, stürzt sie sich selbst in Studien und macht ihre Lehrerprüfung.
Das ist in kurz die Geschichte! Was den Lesespaß ausmacht, ist die Fontanetypische prägnanter aber denoch klare Beschreibung des typischen berliner Kleinbürgers, obwohl der Roman so kurz ist, dass man meinen könnte, keinen wirklichen Eindruck zu bekommen, schafft Fontane es doch, das wesentliche seiner Protagonisten und der Umgebung anzubringen, sei es der Staub auf Hugos Lehrbüchern und die vielen bleistiftlichen Anmerkungen in diversen Romanen oder die ewige Angst der Mutter gesellschaftlich nicht zu passen.
Mathilde Möhring ist 23, "...nicht recht zum Anbeißen,... sie war sauber,... und von energischem Ausdruck", eine kluge und gewiefte Frau frei von jeglicher Romantik,"... zu hager und hatten einen grisen Teint. ... Nur das Umsichtige, das Fleißige, das Praktische... ", die weiß, dass sie selbst zu nichts kommen kann, aber einen Mann dazu bringen kann, etwas zu werden, so dass auch sie gesichert ist. In Hugo findet sie den richtigen, "...bloß faul und hat kein Feuer im Leibe. ... bloß weil er schläfrig ist. Und sentimental ist er auch", ist er froh über die Leitung durch Mathilde. "...Wenn ich auch nich viel aus ihm mache, so viel doch, dass ich ihn heiraten kann und dass ich dir alle Monate was schicken kann und dass ich einen Titel habe."
Das Ende diese Geschichte hat mich etwas überrascht, irgendwo im Nirgendwo. Es bleibt im Unklaren, was aus Mathilde wird, aber Sorgen braucht man sich nicht zu machen.

Vorgeschlagen von Diyani Dewasurendra [Profil]
veröffentlicht am 08. September 2010

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