Jules Verne: Das Geheimnis des Wilhelm Storitz

Das Geheimnis des Wilhelm Storitz

Verlag: Piper Verlag [mehr Bücher von diesem Verlag zeigen]
Sparte: Science Fiction
ISBN-13 978-3-492-26692-5

Preis: 19,98 Euro bei Amazon.de [Stand: 25. September 2016]
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Es gab, soweit mir bekannt, bereits zwei Ausgaben dieser eher selten veröffentlichten Erzählung. Der Verlag Piper schreibt auf dem Klappentext, der Roman liege nun erstmals in seiner ursprünglichen Fassung auf deutsch vor. Dies lasse ich einmal unkommentiert stehen, da ich die Ausgaben von den Verlagen Pawlak und A. Hartleben nicht vorliegen habe. Aber ich bin auf der Suche, denn es erweckt schon meine Neugier, wie die von Michel Verne bearbeitete Ausgabe zu lesen ist und die Ausgabe seines Vaters. Dafür habe ich das von Franz Rottensteiner verfasste Vorwort sehr geschätzt. Der Experte für Phantastik, der auch bereits als Herausgeber von Kurzgeschichtensammlungen tätig war und den Quarber Merkur herausgibt, konnte mich mit neuen Informationen überraschen.
Jules Vernes Geschichte zeigt deutlich seine Abneigung gegen alles was Deutsch ist. Seine Gestalten sind entweder gut oder böse, es gibt keine Personen, die irgendwo dazwischen angesiedelt sind. Das ist bei ihm aber in den meisten Romanen so. Aus diesen Gründen sind die handelnden Personen schnell in ihrer Stellung erkennbar. Dabei fällt natürlich auf, das er gegen Deutschland eingestellt ist. Bedenkt man den Krieg 1870/1871 den Frankreich verlor, könnte man es darauf schieben. Andererseits hat er in anderen Büchern Deutsche gar nicht so schlecht dargestellt.
Der achtundzwanigjährige Portrait-Maler Marc Vidal lebt in Ungarn und hat sich dort verliebt. Daher schreibt er seinem Bruder Henry nach Frankreich, die beschwerliche Reise auf sich zu nehmen und ihn und seine Braut Myra Roderich, zu besuchen. Der Ingenieur Henry nimmt die Einladung nach Ungarn gern an und beschreibt dabei seine Reise, die immer wieder von Seltsamen Umständen überschattet wird. Henry Vidal ist gleichzeitig der Erzähler der Geschichte, so dass wir alles aus seiner Sicht kennen lernen. Die Reise führt Henry Vidal in die nicht wirklich bestehende südungarische Stadt Ragz. Henry lernt Myra und ihren Vater den Arzt und Stadtverordneten, kennen. Gleichzeitig gehen die seltsamen Begebenheiten weiter, und er kann sich deren Herkunft nicht erklären. Vielleicht lag es am deutschen, in Spremberg bei Cottbus geborene Chemiker Wilhelm Storitz, der ebenfalls in Ragz lebt und den er auf der Reise kennen lernte. Storitz hat selbst ein Auge auf die Schöne Myra geworfen, wurde jedoch von ihr nicht erhört. Aus Rache über die Ablehnung arbeitet er gegen die Verlobung. Dabei greift er zu einem Trick, den der als Alchimist verschrieene Mann hat eine Tinktur entwickelt, die Unsichtbar macht. Als Unsichtbarer stiftet er in der Stadt Ragz Tumulte und Unruhe. Schliesslich gelingt es dem verschmähten Liebhaber Myra zu entführen. Scheinbar, den in Wirklichkeit wird Myra Unsichtbar. Man vermutet hinter diesem Anschlag den Chemiker. Wilhelm Storitz ist jedoch ebenfalls nicht auffindbar. Dennoch gelingt es der Polizei den unsichtbaren Alchimisten zu finden und zu erschiessen. Er verblutet und während dadurch die Massierung des Wundermittels nachlässt, wird er wieder sichtbar. Der Diener Hermann, der ebenfalls unsichtbar ist, nimmt das Gegenmittel und wird wieder sichtbar. Weil aber Myra immer noch verschwunden ist, tobt der Polizist und zerstört alle Reagenzien des Deutschen. Damit ist nicht nur das Geheimnis um die unsichtbar machende Tinktur verloren, sondern auch über das Gegenmittel.
Fazit
Der phantastische Roman von Jules Verne ist fesselnd beschrieben. Durch die Erzählung von Henry aus seiner Sicht, entsteht für den Leser der Eindruck, direkt dabei zu sein. Gleichzeitig leidet der Leser mit, denn die Geschichte ist dramatisch beschrieben. Es ist dem Piper Verlag hoch anzurechnen, dass er diesen Roman dem deutschen Publikum zugänglich machte. Leider hat der Piper Verlag aber keine eigene Sciece Fiction Reihe, so dass ich befürchte, das Buch wird ein wenig in der Vielzahl der Veröffentlichungen untergehen. Aber eines ist sicher. Es ist durchaus sicher, für den Kurd Laßwitz Preis, den Deutschen Phantastik Preis und den Deutschen Science Fiction Preis vorgeschlagen zu werden.
8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne
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Vorgeschlagen von erik schreiber [Profil]
veröffentlicht am 28. Oktober 2009

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