Nadine Gordimer: Niemand, der mit mir geht

Niemand, der mit mir geht

Verlag: Suhrkamp Verlag [mehr Bücher von diesem Verlag zeigen]
Sparte: Belletristik
ISBN-13 978-3-86615-510-7

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Die Südafrikanerin Vera Stark arbeitet als Juristin für eine Stiftung, die nach dem Ende des Apartheid-Regimes schwarze Bewohner von Squatter-Siedlungen vor willkürlicher Umsiedlung schützen will. Der ANC, der für die erste frei gewählte Regierung kandidiert, hat allen Bewohnern Wohnung, Wasser und Elektrizität versprochen. Doch die Versorgungssituation der schnell wachsenden Nation wird durch Rückkehrer aus dem Exil weiter angespannt. Didymus und Sibongile Makoma, zwei schwarze Freunde Veras und Veteranen des ANC, hatten im Exil in England eine Tochter bekommen, die nun zunächst die Sprache ihrer Großeltern lernen muss. Sibongele reagiert flexibel auf die veränderte Situation und entscheidet sich dafür, in die Politik zu gehen.

Vera ist fast 70 Jahre alt, sie hat schon erwachsene Kinder und ein Enkelkind. Statt im Alter kürzer zu treten, begräbt sie ihr Privatleben unter den Aktenbergen zahlreicher Projekte. Dass ihr pflegebedürftiger Schwiegervater im Haushalt lebt, berührt sie kaum. Sie geht unbeirrt, beinahe rücksichtslos, ihren Weg und findet den ruhenden Pol in ihrem Leben in ihrer Arbeit. Vera hat sich für die Politik entschieden und verliert trotz langer Gespräche mit ihrem Mann allmählich den Kontakt zum Familienleben. "Du hast dich immer um so viele andere Leute gekümmert", sagt Veras Tochter Annick vorwurfsvoll. Als sie ihre Eltern damit konfrontiert, dass sie Frauen liebt, muss Annick einsehen, dass Veras Gedanken schon lange um ganz andere Dinge als die Familie kreisen. Veras erwachsener Sohn Ivan, der in England lebt, möchte seinen Sohn Adam zu den Großeltern nach Südafrika schicken. Vera scheint anfangs wenig begeistert, doch dann wird Adam zum wichtigen Gesprächspartner für seine Großmutter. Kurz vor den bevorstehenden Wahlen heizt sich die Stimmung im Land gefährlich auf. Todeslisten kursieren, Sibongile gerät in Gefahr und Vera wird Opfer eines Attentats. Während in Südafrika die erste Regierung frei gewählt wird, entscheidet Vera sich für ein völlig neues Leben.
Fazit
"Niemand, der mit mir geht" erschien 1994, dem Jahr als sich die schwarze Mehrheit Südafrikas darauf vorbereitete, die Regierungsverantwortung zu übernehmen. Am Beispiel eines schwarzen und eines weißen Ehepaares schildert Nadine Gordimer die Aufbruchstimmung der Post-Apartheid-Zeit. Als Portrait einer starken, unabhängigen Frau hat der Roman nicht an Aktualität verloren.
8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne

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Vorgeschlagen von Helga Buss [Profil]
veröffentlicht am 22. Juli 2007

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