Auf der "Missgunst", einem Grundstück zwischen Orpe und Diemel, liegt
die Papierfabrik. Sie ist seit Generationen im Familienbesitz. Zwischen
aufblitzenden Gedanken an Rudern, Forellenfischen und an das Schwimmtraining
eines jungen Mannes taucht ihre Geschichte immer wieder auf.
Kindheitserinnerungen an den Harkenmann, der angeblich im Wasser lauert, und
Erzählungen über die Groß- und Urgroßeltern zeichnen kurz und lebendig das Bild
des Familienclans. Im Zweiten Weltkrieg musste ausgerechnet der stets belächelte
gehbehinderte Großvater des Erzählers die Fabrik übernehmen. Seine couragierte
Frau sorgte damals dafür, dass französische Fremdarbeiter genug zu essen
bekamen. Der Dank der Nachbarn war ihr gewiss: sie wurde heimlich "das
Franzosenliebchen" genannt. Dem Enkel bleibt außer Erinnerungsbildern nur
ein Besuch im nun unbewohnten Familiensitz, der für einen Ausbau der Fabrik
abgerissen werden wird.
Fazit
Von Düffels Bilder und und seine Beschreibungen von Stimmungen und Gerüchen
bleiben dem Leser lange gegenwärtig: das beiläufige Rudern eines Bootes, das
Spiel des Lichts auf der Haut einer frisch gefangenen Forelle. Manch merkwürdige
Familientradition, wie die, den gefangenen Fisch grundsätzlich an andere zu
verschenken, erschließt sich erst im Rückblick. Als Familiensaga beinahe zu
knapp, verändert das Buch tatsächlich das Gefühl für Wasser.
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