Thommie Bayer: Die gefährliche Frau

Die gefährliche Frau

Verlag: Piper Verlag [mehr Bücher von diesem Verlag zeigen]
Sparte: Belletristik
ISBN-13 978-3-492-04570-4

Preis: 1,08 Euro bei Amazon.de [Stand: 30. September 2016]
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"Ich habe einen abseitigen Beruf: Ich schlafe mit Männern. Wenn ihre Frauen das wollen. Sie rufen mich an, wenn sie meine Anzeige sehen." So ist das mit Vera Sandin. Ihre Anzeige lautet: "Ist Ihr Mann treu? Finden Sie es heraus!" Sehr, sehr viele Frauen wollen das wissen - und für 1000 Euro Vorauszahlung und weiteren 1000 nach Vollzug, inklusive Videomitschnitt, bietet ihnen Vera die Antwort. Noch keiner hat ihr widerstanden, und das ist wenigstens etwas, aus dem sie ein bischen Befriedigung ziehen kann. Denn Männer haben Vera immer nur ausgenutzt, benutzt, erniedrigt, mißbraucht. Jetzt benutzt sie die Männer - zum Geldverdienen. In ihrer Wohnung, gestylt mit Designermöbeln und ohne jegliche persönliche Habe legt sie die Kandidaten auf’s Kreuz, und gleich nebenan, in ihrem "Büro" wohnt sie, mit allem, was ihr lieb und teuer ist, und einem halben Dutzend Katzen. Auch Axel Behrendt ist ein solcher Kandidat, auf den sie angesetzt wird. Er ist Schriftsteller, und ein solch prinzipientreuer und ehrenhafter Mensch, daß seine Frau das unerträglich findet und ihn mal so richtig auf den Leim gehen lassen will. Auch Vera bekommt diese Ethik zu spüren - Behrendt ist nämlich der erste, der sie nicht gleich ins Bett kriegen will! Der ist an ihr als Person interessiert, will wissen, was hinter ihrer Geschichte steckt, und fragt und fragt und fragt. Und Vera erzählt. Und was Vera erzählt, lässt einem die Haare zu Berge stehen. Langsam wird klar, wie es dazu kam, daß sie die Männer, die Menschen überhaupt, hasst. Doch je mehr Vera erzählt, desto mehr verliert sie die Kontrolle über die Beziehung zu Axel Behrendt, je mehr entgleiten die Ereignisse dem üblichen Schama. Und letztlich ist es nicht nur, aber auch wieder einmal Vera, die in dem undurchsichtigen Spiel draufzahlt... Thommie Bayer, Liedermacher, Kabarettist, Autor von Gedichten, Romanen, Drehbüchern, Sketchen und anderen Machwerken, knüpft mit seiner erotischen, äußerst facettenreichen Geschichte "Die gefährliche Frau" an den Erfolg seines letzten Romans "Das Aquarium" an. Er schlüpft voller Verständnis in die Rolle seiner zwiespältigen Protagonistin und macht sie zu einer glaubwürdigen Persönlichkeit. Auch die Achterbahnfahrt der Gefühle aus Neid, Gier, Haß, Eifersucht, Liebe und Vertrauen wirkt glaubhaft, wenn auch nur unter der Prämisse, daß nur Außenstehende die Situation überblicken, die beteiligten Personen jedoch nicht. Viel Ironisches, Bissiges und Schockierendes bekommt man da zu hören, zynisch wird Bayer jedoch nie.
Fazit
Fesselnde und spannende Unterhaltung, die mehr als nur die Oberfläche ankratzt. Auch voyeuristische Ambitionen werden zur Zufriedenheit bedient, wenn auch das "erotische" Element eine Frage des persönlichen Geschmacks bleibt.
7 Sterne7 Sterne7 Sterne7 Sterne7 Sterne7 Sterne7 Sterne7 Sterne7 Sterne7 Sterne
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Vorgeschlagen von Annette Rieck [Profil]
veröffentlicht am 27. Februar 2005

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