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Benjamin Strasser: Sicherheitsrisiko Staat

Sicherheitsrisiko Staat

von Benjamin Strasser
Verlag: Verlag Herder [mehr Bücher von diesem Verlag zeigen]
Sparte: Politik
ISBN-13 978-3-451-07221-5

Preis: 14,00 Euro bei Amazon.de [Stand: 02. August 2021]
Benjamin Strasser, mit 34 Jahren zu den jungen Bundestagsabgeordneten zählend, nimmt sich in seinem Buch eines heiklen Themas an: der inneren Sicherheit unseres Landes. Als Obmann der FDP im parlamentarischen Untersuchungsausschuss zum Anschlag auf dem Berliner Breitscheid-Platz (am 19.12.2016), konnte er weitgehende Einblicke in die Aktenberge der Behörden erhalten, die er im vorliegenden Werk, einer Streitschrift, verarbeitet.

Die Erkenntnisse aus der Akteneinsicht, aber auch (vielleicht auch insbesondere) die fehlenden und verweigerten Einsichten in die Dokumentationen, haben den Autor motiviert, das Thema innere Sicherheit im Zusammenhang mit terroristischen Aktivitäten, kritisch unter die Lupe zu nehmen. Beginnend mit dem Wiederaufbau Deutschlands nach 1945, beginnt auch die Neustrukturierung der Behörden, eben auch der Sicherheitsbehörden im vollkommen zerstörten Land. Die alliierten Siegermächte drücken dem jungen Deutschland verständlicherweise hierbei einen deutlichen Stempel auf.

Als Reaktion auf die 68er-Bewegung gründet sich mit der Roten Armee Fraktion (RAF) eine links-terroristische Vereinigung, die über einen langen Zeitraum die Bevölkerung und die Sicherheitsbehörden in Atem hält. Attentate, Bombenanschläge und Morde werden verübt und die Sicherheitsbehörden geraten rasch an den Rand des Machbaren. Die Lerneffekte hieraus halten sich indes in Grenzen. Chancen aus der Wiedervereinigung werden aus Sicht Strassers nicht genutzt. Die Ära des rechts-extremistischen Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) und des islamistischen Terrors legen diesen Schluss nahe. Inhaltlich bewertet der Autor das Manko zwischen vielfältigen Aktivitäten, mangelnder Kooperation und hieraus resultierender Ablehnung für Verantwortlichkeiten und leitet hieraus abschliessend Thesen für Verbesserungspotential ab.
Fazit
Eine knapp gehaltene Schrift mit Liebe zum Detail legt der Bundestagsabgeordnete dem Leser vor. Hier und da gerät man ob der zahlreichen Abkürzungen beim Lesen ins Stocken; unvermeidlich, denn die formell korrekten Amtsbezeichnungen jedes Mal in voller Länge zu lesen, hätte keinen Sinn gemacht.

Inhaltlich darf man die Erkenntnisse getrost als beängstigend empfinden. Festgefahrene und teilweise veraltete föderale Strukturen münden in mangelnder Kooperation zwischen Polizeibehörden, Landes- und Bundeskriminalämtern und nicht zuletzt den Sicherheitsbehörden des Bundes und der Länder. Viele Köche verderben auch diesen Brei, wenn nicht klar geregelt wird, wer in welchem Fall die Federführung übernehmen MUSS! Da es um unser aller Sicherheit geht, kann man dem Ansätzen des Autoren nur gutes Gelingen wünschen!
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Vorgeschlagen von Dietmar Langusch [Profil]
veröffentlicht am 15. Juni 2021

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