Thomas Reichart: Das Feuer des Drachen

Das Feuer des Drachen

Verlag: dtv [mehr Bücher von diesem Verlag zeigen]
Sparte: Politik
ISBN-13 978-3-423-28255-0

Preis: 20,00 Euro bei Amazon.de [Stand: 30. September 2020]
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Der Autor des Buches ist ein Insider. Thomas Reichart leitete mehrere Jahre das ZDF-Studio in Peking, konnte und durfte seine Erfahrung als erfahrener Journalist im Ostasiatischen Raum sammeln. Seine Eindrücke und Einschätzungen über das Reich der Mitte schildert er in Bezug auf die Mechanismen des Staatsapparates im politischen Systems der Volksrepublik China, einer denkwürdigen Mischung aus Kommunismus, autoritativem System und Kapitalismus - einem Staatskapitalismus.

Prägende Eindrücke bringt der Autor zu Beginn des Buches zur Sprache. In einer Zeit, in der er gemeinsam mit seiner Familie zurückkehrt. Er schildert eine Art von "Kulturschock". Hier das moderne und dennoch träge und geradezu harmlos-verschlafene Deutschland, dort der progressive Drang des nach Weltmacht strebenden China. Kontraste in Reinkultur. Er macht sie fest am politischen System eines autoritären Einparteiensystems und der Gefolgschaft der Bevölkerung. Die Menschen versagen der Regierung zu großen Teilen ihre Gefolgschaft nicht, da sie -allen negativen Aspekten zum Trotz- mit einer wirtschaftlichen Erfolgsbilanz aufwarten kann, die bei einem guten Teil der Bevölkerung spürbar ankommt. Eine Gesellschaft, die nach Erfolg strebt, mit großem Ehrgeiz den eigenen Aufstieg schaffen möchte und dafür mit einem besseren Auskommen und Leben belohnt wird. Bleibt die bange Frage: hält das auf Dauer?

Thomas Reichart erzählt viel über das Land, die Menschen, ihre privaten und kulturellen Gepflogenheiten. Er trennt den "Chinesen" und Staatsangehörigen eines aufstrebenden Landes, das wenig Rücksicht auf die Bedürfnisse von (ethnischen) Minderheiten nimmt. Hongkong, Tibet, Taiwan und die Uiguren in Xinjiang seien beispielhaft aufgeführt. Was zählt ist das eigene Machstreben, das eigene politische und wirtschaftliche Interesse - koste es, was es wolle.
Fazit
Zu Beginn des Buches war ich zugegebenermaßen ein wenig überrascht. Ein westdeutscher Korrespondent, der den Lifestyle in China vergleicht mit der in Deutschland und: da sehen wir hierzulande in der Tat nicht immer gut aus. Er übt Kritik - keine vernichtende, sondern wohlwollend. Er legt sozusagen den Finger in die Wunde. Ist ja durchaus manchmal gut und hilfreich - notwendig.

Nach und nach wird aber genau so klar: China auf dem Weg nach ganz oben. Die Strategie der chinesischen KP unter der Führung des politischen "Führers" Xi Jin Ping. ist klar: China First! Wen wundert es da noch, dass Konflikte mit den USA eigentlich vorprogrammiert sind. China hat eines allerdings mittlerweile gelernt: "Geld regiert die Welt". Und so stellt der Kapitalismus zum Wohle des Staates für die derzeitige Führung keinen Widerspruch dar. Er ist vielmehr Mittel zum Zweck um erfolgreich zu sein in der Auseinandersetzung mit dem gering geschätzten Demokratien der westlichen Welt.

Mit seinen Einschätzungen reiht sich der Autor nahtlos in die große Zahl derer ein, die China auf dem Weg zur Weltmacht sehen und dabei die Auseinandersetzung mit dem ideologischen Gegner nicht scheuen. Bleibt die (bange) Frage: um welchen Preis? Ein lesenswertes Buch.
8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne

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Vorgeschlagen von Dietmar Langusch [Profil]
veröffentlicht am 12. September 2020

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