Gilbert Campbell: Gruselkabinett - Folge 107: Der weiße Wolf von Kostopchin

Gruselkabinett - Folge 107: Der weiße Wolf von Kostopchin

Verlag: Titania Medien [mehr Bücher von diesem Verlag zeigen]
Sparte: Horror
ISBN-13 978-3-7857-5171-8

Preis: 6,26 Euro bei Amazon.de [Stand: 11. August 2020]
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In Kostopchin, einem Dorf in den Karpaten zwischen Polen und Russland lebt Gutsherr Pawel Sergejewitsch mit seinen Kündern und seinem Knecht Michail Wassiljewitsch. Das Dorf ist in Aufruhr, als ein Wolf sich mehrere Opfer holt. Pawel begibt sich, entgegen allen Warnungen, auf die Jagd und ist überzeugt, das Tier zur Strecke zu bringen. Allerdings findet er in einem Unterholz nicht den Wolf, sondern nur eine junge Frau, die sich in letzter Sekunde in Sicherheit gebracht hat. Zum Unmut von Michail gewährt Pawel der Frau Unterschlupf in seinem Haus und ist ihr von der ersten Sekunde an verfallen.

Für die 107. Folge der Gruselgeschichten wurde diesmal "Die weiße Wölfin von Kostopchin" adaptiert. Eine Geschichte aus der Feder von Gilbert Campbell, der zuvor als Übersetzer von Viktor Hugo gearbeitet hat. Die Kurzgeschichte wurde erstmals 1889 veröffentlicht und im Gegensatz zum Original hat Scriptautor Marc Gruppe, einige Änderungen an den im Original etwas hölzernen Plot vorgenommen. Änderungen, dahingehend, dass die Namen der Akteure dem Schauplatz angepasst wurde und vor allem, die den Charakter von Pawel Sergejewitsch betreffen. Ist dieser damals ein verbitterter, egoistischer Mann, der seine Dienerschaft knechtet, ist er jetzt eher ein besorgter Familienvater. Allerdings ist diese Änderung gut und trägt zum Gelingen der Story bei.

Der Plot, den Marc Gruppe jetzt hier verfasst hat, macht richtig viel Spaß. Es ist ihm hervorragend gelungen, eine klassische und im Prinzip bekannte Werwolfsgeschichte so packend zu erzählen, dass man als Hörer gebannt ist. Die Geschichte entwickelt sich gut und kann durch eine sich steigernde Handlung und einem spektakulärem Ende überzeugen.

Auch auf akustischer Seite bleiben keine Wünsche offen. Die Geräuschkulisse sorgt an den richtigen Stellen für die passende Atmosphäre. Mit insgesamt fünf Sprechern ist der Cast überschaubar, aber durchweg hervorragend besetzt. Hans Bayer hat dabei die größte Rolle, da er sowohl als Michail Wassiljewitsch, wie auch als Erzähler fungiert. Pascal Breuer ist als Pawel Sergejewitsch zu hören und eine überragende Anja Kruse agiert als mysteriöse Rafina. Ein besonders Lob gebührt den beiden Kindersprechern. Clara Fischer spricht die Rolle von Sergejs Tochter Olga sehr akzentuiert und empfindet sich jetzt schon für weitere Rollen. Lando Auhage gelingt es, aus seinem relativ kleinen Part als Alexej viel herauszuholen, da dieser Rolle gerade am Ende eine besondere Bedeutung zukommt.
Fazit
Aus einer im Original eher durchschnittlichen Geschichte haben die kreativen Köpfe der Serie "Gruselkabinett" das bestmögliche Ergebnis herausgeholt. Diese Adaption von "Der weiße Wolf von Kostopchin" kann ohne Übertreibung als kleine Perle innerhalb der Serie bezeichnet werden. Ein tolles Hörspiel mit einer hervorragenden akustischen Umsetzung, die nichts anders als die Höchstwertung verdient haben.
10 Sterne10 Sterne10 Sterne10 Sterne10 Sterne10 Sterne10 Sterne10 Sterne10 Sterne10 Sterne

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Vorgeschlagen von Michael Krause [Profil]
veröffentlicht am 05. Juli 2020

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