Steven Levitsky, Daniel Ziblatt: Wie Demokratien sterben

Wie Demokratien sterben

Verlag: DVA Verlag [mehr Bücher von diesem Verlag zeigen]
Sparte: Politik
ISBN-13 978-3-421-04810-3

Preis: 22,00 Euro bei Amazon.de [Stand: 18. August 2018]
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Demokratie außer Rand und Band - ist seit Trump alles anders?

Auf den allerersten Blick befassen sich die beiden renommierten Autoren mit dem demokratischen System der USA und viele der im Buch diskutierten Fragestellungen sind im Zusammenhang mit der Wahl und dem Amtsantritt Donald Trumps als Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika entstanden. Schnell entdeckt man jedoch beim Lesen, dass es um mehr geht: es geht um das Wesen einer Demokratie, was sie den Bürgern bringt und bedeutet und weshalb es wichtig ist, sie zu schützen. Die Autoren schlagen einen kurzgehaltenen hostorischen Bogen der entstehenden Demokratie in den USA im ausgehenden 18. Jahrhundert, wie sich der schwierige und holprige Start zu einem Erfolgsmodell entwickelte und nun erneut auf eine ernsthafte Probe gestellt wird.

Levitsky und Ziblatt führen einige Beispiele zur Entstehung und zum Untergang demokratischen Regierungshandeln in verschiedenen Staaten Südamerikas, Europas und Asiens auf; sie erklären dabei, wieso es möglich war, aus totalitären Staaten Demokratien zu machen und andererseits, welche Bedingungen zu deren Untergang geführt haben. Sie tun es vor dem Hintergrund der aktuellen politischen Situation der USA und suchen nach Antworten auf die doch eher bange Frage: wie geht es weiter? Die Bedeutung der Parteien und v.a. der ungeschriebenen Gesetze, an die sich im Sinne einer Demokratie verantwortungsvoll handelnde Personen und Institutionen handeln um den Fortbestand einer Demokratie zu sichern und im Sinne der Menschen weiter zu entwickeln, werden dem Leser vor Augen geführt und mit gut gewählten Beispielen auf deren praktische Relevanz veranschaulicht. Sie beschreiben warum auch in der Politik "Schiedsrichter" (Institutionen im Sinne der Gewaltenteilung) ebenso wichtig sind, wie die "Leitplanken" (begrenzte Faktoren, die den herrschenden Grenzen ihres Handelns aufzeigen).
Fazit
Sicher unterscheidet sich das System einer Präsidialdemokratie in den USA von der parlamentarischen Demokratie in unserem Gemeinwesen. Nichts desto trotz haben auch bei uns die "Schiedsrichter" (v.a. eine unabhängige Gerichtsbarkeit) eine zentrale Bedeutung und ebenso müssen "Leitplanken" vorhanden sein, um den rechten Pfad zu weisen. Die Kernpunkte der Demokratie können als systemimmanent betrachtet werden.

Sachlich nüchtern und unabhängig betrachten die Autoren die aktuelle Lage, natürlich v.a. mit einem besonderen Blick auf die schwer berechenbare Trump-Administration. Ihr leidenschaftliches Credo dient der Aufrechterhaltung und Stärkung der Demokratie. Das Lesen des Buches gewährt also nicht nur einen fundierten Einblick in das US-amerikanische System, es ermuntert zur intensiven Auseinandersetzung mit dem Thema "Demokratie" und stellt somit einen gelungenen Anstoß zum Transfer in unsere aktuelle Politik dar!
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Vorgeschlagen von Dietmar Langusch [Profil]
veröffentlicht am 23. Juli 2018

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