Noah Gordon: Der Medicus

Der Medicus

Verlag: Droemer Knaur [mehr Bücher von diesem Verlag zeigen]
Sparte: historischer Roman
ISBN-13 978-3-426-02955-8

Preis: aktuell keine Daten vorhanden
Die Geschichte beginnt in London. Es ist Mittelalter. Eine Frau stirbt bei der Geburt ihres Kindes. Das Kind wächst zunächst bei seinem Vater und seinen Geschwistern heran, wird aber dann aus Gründen der Armut einem Bader übergeben. Bader sind Reisende, die gleich einem Gaukler in jedem Ort einen Jahrmarkt veranstalten und bei ihrer Show auch medizinische Dienste den Zuschauern anbieten. Der junge Rob lernt so die medizinische Versorgung im Mittelalter kennen. Er nimmt alles wissenswerte des Bader in sich auf und fragt, ob das wirklich schon alles ist, was an Heilung und Linderung möglich ist.

Auf ihrer Reise lernt Rob auch einen Heiler aus dem fernen Osten kennen. Dieser berichtet ihm von dem hohen medizinischen Stand in einem Land im Osten, mit einer Schule und Ausbilder für Mediziner. Aber nur Moslems und manchmal auch Juden würden dort ausgebildet. Die Fackel nach diesem Wissen ist in Rob entzündet. Der Bader stirbt und vermacht Rob sein ganzes Hab und Gut. Er zieht eine Weile weiter und "praktiziert" wie es ihn der Bader gelernt hat, bis er einen Entschluss fasst.

Er verkauft was ihm bei einer langen Reise hindert und begibt sich auf die Reise nach Osten. In Istanbul verkleidet er sich als Jude, lernt deren Gebräuche so gut er kann und zieht weiter nach Osten zu der Schule, die noch immer nicht mehr ist als die Geschichte eines Mannes. Endlich erreicht er sein Ziel, doch man nimmt ihn nicht sofort auf. Glückliche Umstände und seine Gabe, den Tod im Menschen zu spüren, verhelfen ihm dann doch zur Ausbildung. Er schildert das mittelalterliche Leben im fernen Osten, ihre Gesetze und Kriege. Und die direkte Abhängigkeit vom lokalen Herrscher. Die Erfahrungsreichste Periode in Robs Leben beginnt.

Jahre später flieht er zurück in seine Heimat, möchte sein Wissen gleich einer Mission weitergeben und die Rückstände beseitigen. Doch er scheitert an den Konventionen. In diesen Fragen ist Europa zu diesem Zeitpunkt noch nicht fortschrittlich genug. Mit seiner Frau reist er nach Schottland und beschließt dort seinen Lebensabend in einer kleinen Praxis.
Fazit
Das Buch ist gefühlsnah geschrieben. Viele Details und besonders die Umstände der Reise sind präzise herausgearbeitet. Der Leser erhält zahlreiches Anschauungsmaterial einer fernen Zeit. In vielen spannenden Szenen fällt es schwer einen Schnitt zu machen und das Buch aus der Hand zu legen. Eben ein zeitloser Bestseller.
6 Sterne6 Sterne6 Sterne6 Sterne6 Sterne6 Sterne6 Sterne6 Sterne6 Sterne6 Sterne

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Vorgeschlagen von Lothar Hitzges [Profil]
veröffentlicht am 06. März 2004

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