Frank M. Reifenberg: Unsichtbare Blicke

Unsichtbare Blicke

Verlag: Rowohlt Verlag [mehr Bücher von diesem Verlag zeigen]
Sparte: Thriller
ISBN-13 978-3-499-21617-6

Preis: aktuell keine Daten vorhanden
Josefa ist eine ganz normale Jugendliche mit außergewöhnlich strengen Eltern. Ihre Familie stammt aus der Ex-DDR und schloß sich nach der Wende einer ultrarechten christlichen Sekte an. Der Vater würde seine Tochter am liebsten einsperren, um sie vor fremden Einflüssen zu schützen. Normale Kontakte hat Josie eigentlich nur bei ihrem Nachmittagsjob im Altenheim. Als Josie sich in Felix verliebt, ahnt man, dass ihre Liebe in dieser beklemmenden Familiensituation nicht lange geheimzuhalten sein wird. Parallel zu Josies Erlebnissen wird von einer noch unbekannten Person erzählt, die in einem per Monitor überwachten Raum eine Gefangene hält. Wie alle Jugendlichen chattet Josie gern. Ihren Rechner hat ein Computerfreak aus dem Ort installiert - und eine Weile habe ich angenommen, Josie würde sich im Internet in Gefahr bringen, weil sie zu wenig Ahnung von den Sicherheitseinstellungen ihres PC hat. Während in Rückblenden die DDR-Vergangenheit einer Person und ein gescheiterter Fluchtversuch eingeblendet werden, ermittelt die Polizei in Köln im Fall einer jugendlichen Toten, die in einer leerstehenden Fabrikhalle gefunden wurde. Ermittlerin ist Stella von Walden, eine Sonderermitlerin des BKA für Delikte an Kindern und Jugendlichen. Sie und ihr japanischstämmiger Kollege Miki Saito werden dem Kölner Kommissar Muthaus einfach vor die Nase gesetzt. Schnell wird klar, dass die inszenierte Lage der Toten auf einen Serientäter hindeutet und Celine Morgenthau nicht das erste Opfer dieses Täters ist.

Während das Verhältnis zwischen Josie und ihrem Vater eskaliert, findet Stella heraus, dass alle Fäden in Berlin zusammenlaufen. Hier wurden beide Opfer als Neugeborene anonym adoptiert. Josies Freundin Stella sorgt sich inzwischen um Josies äußerst besitzergreifenden Chatpartner, ihren virtuellen Verehrer Geronimo. Die Situation wird besonders gefährlich, weil Josie mit ihren überstrengen Eltern nicht über die Sorgen wegen ihrer Chaterlebnisse sprechen kann. Die Polizei auf der Spur eines Serientäters, Tommie, der Kontrollfreak mit traumatischer Vergangenheit und Josies beklemmende Situation als Stalking-Opfer verknüpft Frank Reifenberg zu einem atemberaubend spannenden Thriller. Kompliziert wird das Netz aus Spuren und Vermutungen, weil den Ermittlern aus dem Westen anfangs entscheidende Kenntnisse über die ostdeutsche Denke fehlen. Reifenberg führt seine Leser auf falsche Spuren und lässt sie immer wieder um Josies und Sarahs Leben bangen. Nachdem das Rätsel gelöst ist, wirken die Motive des Täters aus seiner Biografie heraus völlig plausibel - und ich musste meine Vermutung revidieren, Josie wäre in PC-Fragen unbedarft. Reifenberg kombiniert einen realen Internet-Stalking-Fall mit historischen Ereignissen in ostdeutschen Jugendwerkhöfen, Kinderknästen, in die zu DDR- Zeiten Kinder von Republikflüchtigen geperrt wurden.
Fazit
Super spannend - absolut empfehlenswert, besonders für Jugendliche - einer der besten Thriller, die ich in letzter Zeit gelesen habe.
10 Sterne10 Sterne10 Sterne10 Sterne10 Sterne10 Sterne10 Sterne10 Sterne10 Sterne10 Sterne
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Vorgeschlagen von Helga Buss [Profil]
veröffentlicht am 29. Februar 2012

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