Arno Geiger: Es geht uns gut

Es geht uns gut

Verlag: dtv [mehr Bücher von diesem Verlag zeigen]
Sparte: Belletristik
ISBN-13 978-3-423-13562-7

Preis: 9,90 Euro bei Amazon.de [Stand: 04. Dezember 2016]
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Es handelt sich um die Geschichte einer Familie, Philipps Familie. Jedes Kapitel behandelt einen anderen Charakter der Familie zu einer unterschiedlichen Zeit. Beginnend mit Philipp im Jahr 2001 als er das Haus erbt, dann die Geschichte seiner Oma Alma mit dem Alzheimer-kranken Großvater in den 80ern, die Geschichte seiner Eltern in den 40er bis 70er Jahren. Die Familie ist zerrüttet. Philipps Mutter Ingrid hat sich früh von ihren Eltern getrennt, die Enkeln hatten so gut wie gar keinen Kontakt zu den Großeltern. Dann stirbt die Mutter früh und die Kinder sind Peter, ihrem Vater allein, zu dem die Beziehung im Erwachsenenalter auch nicht mehr gut ist.
Philipps Wesen ist merkwürdig. Er ist allein, hat keine Freundin, keinen Beruf, lediglich eine Geliebte und das Vorhaben, die Geschichte seiner Familie, die gar keine war, zu schreiben und das Vorhaben das Haus zu renovieren. Er ist lethargisch und antriebslos, wartet darauf, dass etwas passiert und lässt sich von seiner Geliebten rum schubsen.
Geiger beschreibt die Auswirkungen der Zeit und Geschehnisse auf die einzelnen Mitglieder und wie diese zu Trennung und Flucht geführt haben. Es ist das ungesagte Wort, das überall zwischen den Akteuren steht und ein Weiterkommen verhindert. Das ganze Buch handelt davon, wie Wünsche nicht erfüllt oder Träume nicht wahr wurden. Es ist auch ein Buch über Österreich, sein Werdegang im 2.WK und als 2.Republik, der gebrochene Stolz der Österreicher und die mühsame Aufgabe, sich aufzurichten.
"Es geht uns gut" ist anstrengend zu lesen. Erstens wegen der in Präsens geschriebenen Geschichte und weil die Schreibweise so abgehackt und gedrungen ist, dass man nie in einen Lesefluss kommt. Mit der Zeit hab ich aber schon gespürt, wie verzweifelt Philipp ist und wie sehr das mit seiner Vergangenheit und der nicht bestehenden Banden zu tun hat. Auch ist mir teilweise eine gewisse poeitsche Schreibweise begegnet und auch sind die Gespräche zwischen Philipp und seiner Geliebten amüsant, aber zu selten.
Fazit
Mühsames Lesevergnügen.
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Vorgeschlagen von Diyani Dewasurendra [Profil]
veröffentlicht am 18. November 2009

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