Christian Hacke: Zur Weltmacht verdammt

Zur Weltmacht verdammt

Verlag: Econ Ullstein List Verlag [mehr Bücher von diesem Verlag zeigen]
Sparte: Sachbuch
ISBN-13 978-3-548-26585-8
Preis: 3,50 Euro bei Amazon.de [Stand: 05. September 2008]

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Ich finde dieses Werk von Hacke sehr interessant und auch fundiert. Es ist - wie der frühere Bundesaußenminister Genscher im Vorwort zur der Erstausgabe von 1997 zu recht schreibt - eine "hervorragend lesbare und zugleich differenzierte Darstellung zur amerikanischen Außenpolitik" geschrieben. Genscher schreibt weiter oben: "Als ich bei der Vorbereitung auf die Vorstellung dieses Buches nachfragen ließ, welche Gesamtdarstellungen amerikanischer Außenpolitik seit Kennedy in deutscher Sprache vorliegen, lautete die Auskunft: Fehlanzeige, mit Ausnahme der Veröffentlichungen von Christian Hacke. Was das über die deutsche Amerikaforschung sagt, sei hier dahingestellt. Was es über Christian Hacke sagt, liegt auf der Hand: Ihm kommt das Verdienst zu, mit diesem Buch...diese Lücke geschlossen zu haben." Genscher hat recht. Zwar neigt Hacke - hier gebe ich den Kritikern durchaus recht - zu - teilweise polemischen - Zuspitzungen, die - wie Genscher zu recht betont, jedoch nie das Gebot der Ausgewogenheit verletzt. Hacke hat die wesentlichen Werke über Amerika, Memoiren, Berichte, Quellen ausgewertet und in einem imposanten Literaturverzeichnis vermerkt. Seine Resumees der Außenpolitik der verschiedenen Präsidenten ist für mich spannend lesbar und schlüssig. Er schafft es, das wesentliche herauszuziehen. Könnte es sein, dass die Kritiker dieses Werkes ihn nicht mögen, da er der "(neo-)realistischen" Denkschule um Morgenthau, Mearsheimer, John Herz angehört, die in der Machtpolitik der Staaten und nicht "Gesellschaftswelten" wie es Liberalisten wie Ernst Otto Czempiel (vgl. "Kluge Macht") tun, die eigentliche "Triebfeder" des staatlichen politischen Handelns sieht. Man kann hierüber sicherlich geteilter oder anderer Auffassung sein; es ist auch sicherlich richtig, dass sozialgeschichtliche und wirtschaftspolitische Aspekte in dieser auf die Außenpolitik gerichteten Abhandlung zu kurz kommen - daher vergebe ich auch nur 8 und keine 9 Sterne. Insgesamt jedoch eine hervorragend lesbare Einführung. Man zeige mir eine andere - ähnlich umfangreiche - Gesamtdarstellung dieser Politik. Die gibt es bisher nicht. Natürlich können in einem solchen Gesamtwerk nicht alle Aspekte berücksichtigt werden; dafür gibt es - teils hervorragende - Einzelstudien, wie etwa die - leider vergriffene und nur über Antiquariat erhältliche - Studie von M. Beschloss "Powergame" über Kennedy. Aber ein solcher Anspruch kann bei einer so umfangreichen Monographie nicht geleistet werden. Es wäre unfair, so etwas zu erwarten.
Fazit
Eine sehr lesbare (was selten ist in der Politikwissenschaft und Soziologie) und spannende, wenn auch pointierte Einführung in die Außenpolitik der USA von Kennedy bis Bush.

Vorgeschlagen von Bernhard Nowak [Profil]
veröffentlicht am 21. Juni 2003

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