Patrick Quentin: Puzzle für Schwindler

Puzzle für Schwindler

Verlag: Diogenes Verlag [mehr Bücher von diesem Verlag zeigen]
Sparte: Krimi
ISBN-13 978-3-257-22797-1

Preis: aktuell keine Daten vorhanden
Dieser Kriminalroman von Patrick Quentin erschien bereits 1945 und wurde in deutscher Sprache erstmals unter dem Titel: "Liebe und Mord in Reno" im Schweizer Verlag Albert Müller veröffentlicht (worauf der Diogenes-Verlag leider nicht hinwies). Er ist einer der 9 Romane, die um den Theaterregisseur Peter Duluth und seine liebenswerte Frau Iris spielen, die hier einen verzwickten Mordfall aufzuklären haben. Sie sind bei ihrer reichen Bekannten Lorraine Pleygel über das Wochenende eingeladen. Außerdem finden sich mehrere scheidungswillige Frauen ein - nebst ihren verstoßenen Ehemännern. Lorraine möchte selber heiraten und glaubt in ihrem Glück, eine allgemeine Versöhnung herbeiführen zu können. Womit sie sich schrecklich irrt: innerhalb von 3 Tagen werden auf mysteriöse Art und Weise drei der Eingeladenen ermordet... Es beginnt ein makabres Spiel zwischen Peter Duluth, der seine Frau heil und gesund aus diesem mörderischen Wespennest herausholen möchte und alles daransetzt, die Morde aufzuklären und dem kaltblütigen Täter.
Quentin kombiniert auch in diesem Roman die Vorzüge des klassischen englischen Kriminalromans mit den Spannungselementen des amerikanischen Thrillers. Er baut so - wie in allen seinen Romanen - eine fast unerträgliche Spannung auf. Diese resultiert daraus, dass der Ich-Erzähler, Peter Duluth, zwar scharf kombinieren kann, jedoch trotz Vorahnungen nicht in der Lage ist, einen der Morde zu verhindern.
Patrick Quentin spielt virtuos mit den verschiedenen Varianten der Klassiker, die er natürlich kennt. Gibt es bei den Morden einen Zusammenhang? Gibt es mehrere Täter? Sind die verschiedenen Verbrechen nur Ablenkungsmanöver, um dem Täter nicht auf die Spur zu kommen? All diese Motive sind aus dem klassischen englischen Kriminalroman durchaus bekannt, werden hier jedoch so geschickt variiert, dass ich das Buch in einem Zug bis zum Ende gelesen habe. Mir ging es so wie einem Rezensenten von Quentins Büchern: "Ich ließ das Licht an, bis ich das Ende erreicht hatte". Quentin ist ein Meister des Spannungsromans. Hierin, nicht unbedingt im Plot, liegt seine Stärke. Nun ist dieses Buch sicherlich nicht sein allerbestes und kommt an "Familienschande" nicht heran. Dafür wirkt es doch zu konstruiert und "künstlich". Auch fehlt eine eingehende Charakterzeichnung der Personen, die lediglich skizziert werden (auch ein Unterschied zu seinem Meisterwerk "Familienschande". Dennoch ist es als spannende Unterhaltung nicht zu verachten. Das Urteil von Anthony Berkeley ("Der Fall mit den Pralinen", ebenfalls Diogenes), der unter seinem Pseudonym "Francis Iles" folgende Wertung zu Quentin abgab: "Für mich ist Patrick Quentin die Nummer Eins der amerikanischen Kriminalautoren", trifft in Puncto Spannungsaufbau daher sicherlich zu.
Fazit
Es handelt sich um einen solide gemachten "Klassiker".
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Vorgeschlagen von Bernhard Nowak [Profil]
veröffentlicht am 30. April 2003

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