Matha Wells: Necromancer

Necromancer

Verlag: Wilhelm Heyne Verlag [mehr Bücher von diesem Verlag zeigen]
Sparte: Fantasy
ISBN-13 978-3-453-52412-5

Preis: 0,40 Euro bei Amazon.de [Stand: 29. September 2016]
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Willkommen im Land Ile-Rien!
In der Regel schreibe ich keine überschwänglichen Kritiken, das bedeutet aber nicht einmal eine Ausnahme zu machen. Von dem neuen Buch, welches im Wilhelm Heyne Verlag erschien bin ich ähnlich erfreut wie über Tristopolis von John Meaney aus dem gleichen Verlag. Die amerikanische Autorin, geboren im texanischen Forth Worth, verlässt die ausgetretenen Pfade der Phantastik um einen eigenen Weg zu gehen. Und es ist mir ein Bedürfnis mit dieser Buchbesprechung nicht nur Martha Wells zu begleiten, sondern weitere Leser durch das unüberschaubare Dickicht wuchernder Phantastik zu locken. Geschickt verwebt die Autorin die Welt des neunzehnten Jahrhunderts unserer Welt mit Magie, Geistern und ähnlichem. Es ist ja nicht so, dass Edgar Allan Poe und Howard Philip Lovecraft nicht bereits darüber schrieben, über die dunkle Seite der Welt. Oder Arthur Conan Doyle seinen Sherlock Holmes undurchsichtige Fälle aufklärte, Gentelman-Diebe sich durch düstere nächtliche Strassen schleichen... Das alles ist nicht neu. Auch nicht, dass in der viktorianischen Welt plötzlich die Magie wieder funktioniert. Doch geht Martha Wells an das Thema anders heran, als etwa Naomi Novik mit ihren Feuerreitern. Begleitet mich also jetzt in eine Welt voller Magie, die uns bekannt vorkommt, aber nicht unsere Welt ist.
Begleitet mich, oder besser Nicholas Valiarde, einen gutaussehenden Gentleman-Dieb. Er ist der erfolgreichste Dieb in Ile-Rien. Hier gibt es jede Menge Strassennamen, Namen von Bezirken und ähnliches mehr. Wir lernen eine Stadt kennen, quasi als unsichtbarer Begleiter von Nicholas, seiner Geliebten Madeline und einigen Freunden und Diener. Die Gruppe will einen Rachefeldzug starten, da Nicholas Adoptiv-Vater vor gut zehn Jahren durch die üblen Ränkespiele des Count Montesq unschuldig am Galgen zu Tode kam. Königliche Henker kennen sich da aus und hängen die Ihnen anvertrauten Delinquenten erfolgreich. Sie sind besonders gründlich, wenn es darum geht, das Urteil an einem Verbrecher zu vollstrecken, der der Nekromantie zugeneigt war. Dabei war er lediglich Forscher und niemand, der die dunkle Wissenschaft anwandte. Natürlich kann das Nicholas Valiarde nicht hinnehmen und sinnt auf Rache. Er will den Denunzianten zur Strecke bringen und so Gerechtigkeit erlangen.
Valiarde, einer der angesehensten Bürger der Stadt kann natürlich nicht offen gegen den Count vorgehen. So überlegten sie sich einen raffinierten Plan, deren geniale Umsetzung leider am Quälgeist Zufall scheitert. Es gelingt ihnen nicht, Count Montesq zu korrumpieren. Der Plan, gestohlenes Gold vom Feind dem Count Montesq unterzuschieben und des Verrates zu bezichtigen, geht schief. Die kleine Gruppe um Nicholas trifft auf nekromantische Machenschaften. Ein mächtiger Nekromant, der nichts anderes will als die Herrschaft an sich zu reissen und die Königin zu entmachten. Während Nicholas auf der Suche nach dem Verbrecher ist, lernt der Leser eine Art viktorianisches London kennen. Die phantastischen Zugaben sind Zauberer und eine entsprechende Akademie, sowie einiges an unheimlichen Wesen wie Fay-Geister, Ghoule und andere.
Fazit
Martha Wells beginnt damit, uns gleich mitten ins Geschehen dieses Fantasy-Krimis zu werfen. Madeleine steht mit einem Begleiter vor einem Herrschaftlichen Haus, weil sie eine Einladung dafür bekamen. So ganz nebenbei erzählt sie, dass das Haus von einem dienstbar gemachten Geist bewacht wird. Gleichzeitig beginnt sie mit einer Vielzahl von Personen, so dass man als Leser leicht den Überblick verlieren kann. Belohnt wird man dann mit Streitgesprächen, wo ein Leutnant gerade mal, wie im vorbei gehen gefragt wird, ob er mal wieder vor einer Schlacht davon gelaufen ist und ähnlichem mehr. Die Geschichte hat schnell Tempo. Wie nebenbei bemerkt lüftet die Autorin Geheimnisse, offenbart uns Besonderheiten ihrer Welt und nimmt uns quasi an die Hand, wenn es darum geht, mehr über ihre Welt zu erfahren.
Das Buch, von dem ich weitere Fortsetzungen erwarte, brilliert mit vielschichtigen Handlungsträgern, spannender Kriminalhandlung, phantastischen Figuren und Begebenheiten.
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Vorgeschlagen von erik schreiber [Profil]
veröffentlicht am 05. Juni 2008

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