Frank Schätzing: Die dunkle Seite

Die dunkle Seite

Verlag: Emons Verlag [mehr Bücher von diesem Verlag zeigen]
Sparte: Krimi
ISBN-13 978-3-89705-111-9

Preis: 11,00 Euro bei Amazon.de [Stand: 01. Oktober 2016]
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Drei Männer aus Köln, "der Fahrer, der Techniker und der Scharfschütze", machen im Irak-Krieg 1991 eine Entdeckung, von der sie sich unvorstellbaren Reichtum erhoffen. Doch der vermeintlich große Coup nützte nur einem von ihnen, schadete einem anderen und endete schließlich 1999 im heimatlichen Köln mit Folter, Erpressung und Mord. Im Jahr vor der Jahrtausendwende ermittelt Kommissar Arik Menemenci, dem alle so genannten "Türkenfälle" auf den Schreibtisch geklatscht werden, im grausamen Mord an einem türkischen Gemüsehändler. Menemenci spielt in Schätzings Krimi die Rolle des alternden, übergewichtigen und ausgebrannten Polizisten. Zur gleichen Zeit erhält die Privatdetektivin Vera Gemini - sie hat eine Vorliebe für ermittlungsunterstützenden technischen Schnickschnack - von einem wenig mitteilsamen Klienten den Auftrag, einen Andreas Marmann aufzuspüren. Veras alter Freund Thomas Roth arbeitet bei der Kripo Köln. Obwohl Roth selbst nicht an den Ermittlungen im Fall Üsker beteiligt ist, entdeckt er zwischen dem ermordeten Gemüsehändler Üsker und dem gesuchten Marmann einen Zusammenhang.
Fazit
Das Motiv der Zwangs-Gemeinschaft aus Kriegstagen kann auch Jahre nach dem Irak-Krieg noch fesseln. Schätzing schildert seine Probanden jedoch wenig überzeugend und trifft ihren Ton nicht. Ein harter Junge, der "erwog, das Weite zu suchen" oder eine "Stille, die von Paukenschlägen dröhnt", lässt den Leser genervt die Augen verdrehen. Die Motive der drei Veteranen und ihre Beziehungen untereinander werden aufdringlich mit den Mitteln einfachster Küchen-Psychologie analysiert. Rechnerisch hat Vera Gemini die Frauenquote in einer reinen Männerwelt zu erfüllen. Schätzing charakterisiert seine Detektivin klischeehaft, wenig glaubwürdig und reduziert sie hauptsächlich auf ihren Körper. Dass der Autor schon im Vorwort die Begriffe Serientäter, Psychopath und Profiler anführt und penetrant den pädagogischen Zeigefinger zum Thema Mediengesellschaft schwingt, hat mir die Freude am Lesen nachhaltig verdorben. Die Charakterisierung eines möglichen Täters sollte sich aus den Ermittlungen im Laufe der Handlung ergeben; sonst merkt der Leser die Absicht und ist verstimmt.
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Vorgeschlagen von Helga Buss [Profil]
veröffentlicht am 14. Oktober 2007

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