Der belgische Polizeipsychologe Dirk Deleu hat sich eigentlich aus dem
Polizeidienst zurückgezogen, als ihn sein alter Freund Jos Bosmans um Hilfe
bittet. In Mechelen löscht ein Killer ganze Familien aus. Anfangs zögerlich gibt
Deleu sein gewähltes Exil auf und steigt in einen Fall ein, dessen Kreise auch
sein Privatleben nicht unberührt lassen.
"Nackte Seelen" ist der erste Dirk-Deleu-Roman des belgischen Autors Luc Deflo, der mit seinen Krimis um den Polizeipsychologen immer wieder die Bestsellerlisten seiner Heimat stürmt. Dieser Roman zeichnet sich vor allem durch sehr brutale Szenen aus, denn die Handschrift des Mörders ist nichts für zarte Gemüter. Da werden Frauen verstümmelt oder mit achtbeinigen Tierchen in einer Kammer eingesperrt. Auch sonst bietet der Roman routinierte Thrillerkost und ist stilistisch absolut überzeugend. Leider nimmt Luc Deflo dem Leser schon sehr früh den wesentlichen Spannungspunkt, als er nach gut einem Drittel die wahre Identität des Mörders verrät. Auch wenn sich diese am Schluss noch etwas anders darstellt, verliert der Roman damit doch sehr an Spannung. Insgesamt ist "Nackte Seelen" ein durchschnittlicher Thriller, der es zwar mit vielen Kollegen jenseits des Ozeans aufnehmen kann, dieser aber auch nicht übertrifft. Das Ermittlerduo Deleu/Bosmanns ist vielschichtig angelegt und sicher noch für weitere Storys geeignet. Wünschenswert wäre für die nächsten Fälle etwas weniger Brutalität und etwas mehr Spannung. Dann hat Dirk Deleu vielleicht die Chance ein europäischer Alex Cross zu werden. Fazit
Durchwachsender Auftaktthriller um den Polizeipsychologen Dirk Deleu, dem leider
nach gut einem Drittel die Spannung ausgeht.
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