Tom Clancy: Im Sturm

Im Sturm

Verlag: Goldmann Verlag [mehr Bücher von diesem Verlag zeigen]
Sparte: Thriller
ISBN-13 978-3-442-45750-2

Preis: aktuell keine Daten vorhanden
Bei diesem Buch handelt es sich hier um einen Polit-Thriller schlimmster Sorte. Clancy beweist Freude am Töten (Hinrichtungsszenen werden brutal ausgewalzt), rassistisches und chauvinistisches Gedankengut (der Russe wird stets als "Iwan" - Anspielung auf "der dumme Iwan" bezeichnet), die Machthaber im Politbüro stereotyp in Schwarz-Weiß-Charaktere unterteilt, die jedoch völlig unlogisch argumentieren (das frühere sowjetische Politbüro war Führungsorgan einer Weltmacht, alle Sowjetforscher bestätigen aber, dass die damaligen Führer in gewissem Sinn realistisch handelten und rational dachten - im Gegensatz etwa zu Hitler, wenn auch - vor Gorbatschow - in imperialistischen Bahnen). Nun wäre ein solcher Politthriller zu Zeiten Breschnjews oder seiner Vorgänger sicherlich noch im Rahmen des Erträglichen gewesen, nicht mehr aber unter Gorbatschow, der zur Zeit des Erscheinens des Werkes im Jahre 1986 - schlicht als Verbrecher dargestellt wird und sogar sich nicht scheut, Kinder (Oktobristen) im Kreml umbringen zu lassen, um einen Krieg mit der Nato zu provozieren. Nach dem Motto: Traut den Schalmaien des Reformers nicht. Diese Art der Dämonisierung und Verteufelung des damaligen Generalsekretärs geht eindeutig zu weit. Der Kriegsverlauf selber ist völlig unrealistisch dargestellt; der Nato werden nur Erfolge, dem Warschauer Pakt - mit Ausnahme der Eroberung Islands - nur Mißerfolge bescheinigt. Die "Allgemeine Abteilung des Zentralkomitees" wird als "ominös" bezeichnet - dabei war sie eindeutig - und dies stand 1986 bereits fest - das Sekretariat des Generalsekretärs. Platte Attituden und ein Hang zu Schwarz-Weiß-Malerei mag in Politthrillern üblich sein (Vgl. etwa Frederick Forsyth oder das Werk von Meyer/Tatu, welches ebenfalls Gorbatschow als hinterhältigen und intriganten Kremlchef zeichnet), hier wird jedoch ein Maß überschritten, welches der Völkerverständigung in keinstem Falle dienen kann und die engstirnige chauvinistische Denkweise eines Autors bloßlegt, welchem ein Minimum an Verständnis für die Probleme eines großen Landes und die Standpunkte des Gegners völlig abgeht.
Fazit
Nicht zu empfehlen.
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Vorgeschlagen von Bernhard Nowak [Profil]
veröffentlicht am 21. Mai 2004

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