Martin Posth: 1000 Tage in Shanghai. Die abenteuerliche Gründung der ersten chinesisch-deutschen Automobilfabrik

1000 Tage in Shanghai. Die abenteuerliche Gründung der ersten chinesisch-deutschen Automobilfabrik

Verlag: Carl Hanser Verlag [mehr Bücher von diesem Verlag zeigen]
Sparte: Sachbuch
ISBN-13 978-3-446-40621-6

Preis: 9,99 Euro bei Amazon.de [Stand: 09. Dezember 2016]
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"Ehe wir hier jetzt noch lange rumreden, mache ich das doch lieber selbst." Martin Posth (damals Personalvorstand bei AUDI Ingolstadt) hatte seinem Gesprächspartner in der VW-Personalabteilung signalisieren wollen, dass er sich als ersten Mann im in Anting bei Shanghai geplanten Automobilwerk einen Vollblutunternehmer wünschte, der mit Menschen umgehen kann. Der Personalfachmann für Auslandseinsätze nahm ihn beim Wort. Posth begann 1984 gemeinsam mit Hans-Joachim Paul und einem kleinen Team deutscher Mitarbeiter die Vorarbeiten für das Joint-Venture zwischen der Volkswagen AG und dem damaligen Staatsbetrieb STAC.
Zu einer Zeit als Pudong noch hauptsächlich aus Reisfeldern bestand und in chinesischen Staatsbetrieben jährlich insgesamt rund 6000 Pkw für das ganze Land gebaut wurden, hatte in beiden Ländern noch niemand etwas von Cross Cultural Management gehört. Das Team unter Posth/Paul machte in China alles anders als an anderen Standorten, qualifizierte zukünftige Mitarbeiter, entwickelte ein gemeinsames Leitbild für das Unternehmen und legte so den Grundstein für die erfolgreiche Produktion eines an den chinesischen Markt angepassten Santana-Modells.
Posth vergleicht die Herausforderungen des Gemeinschaftsunternehmens mit denen der Wende im wiedervereinten Deutschland 1989. Selbstkritisch erinnert er sich daran, wie deutsche Techniker ihre Qualitätsanforderungen in ein Team mit chinesischen Kollegen einzubringen versuchten, von denen bislang nur erwartet worden war, Anordnungen ausführen und sich anzupassen. Sich aus dem eigenen hierarchischen Denken innerhalb des Mutterkonzerns zu lösen, fiel den deutschen Mitarbeitern nicht leicht. Welche Anpassungsleistung ihre chinesischen Kollegen bewältigten, wird erst in der Rückschau und aus den Erinnerungen dieser Kollegen an ihre erste Zeit bei Shanghai Volkswagen deutlich.
Fazit
Martin Posth beschreibt aus der Perspektive eines Pioniers der ersten Stunde den Beginn deutsch-chinesischer Zusammenarbeit in China so fesselnd, dass man sein Buch erst aus der Hand legt, nachdem auch die letzte Seite gelesen ist. Es wird bei seinen Mit-Pionieren auf großes Interesse stoßen. Jedem Kapitel folgt ein Kasten mit Posthschen Gesetzen für deutsche Unternehmen, die auf dem chinesischen Markt Fuß fassen wollen. Das Lernen aus der Geschichte ist eng mit der chinesischen Kultur verknüpft. Ob Posths Lehrsätze seinen jüngeren Nachfolgern vermittelbar sind, wird die Zukunft zeigen.
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Vorgeschlagen von Helga Buss [Profil]
veröffentlicht am 17. April 2007

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