Nina Blazon: Katharina

Katharina

Verlag: Ravensburger Verlag [mehr Bücher von diesem Verlag zeigen]
Sparte: Jugendroman
ISBN-13 978-3-473-35268-5

Preis: 1,58 Euro bei Amazon.de [Stand: 27. September 2016]
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Im Jahre 1754 erschossen drei russische Jäger auf einer Halbinsel im Eismeer die alte Jasa, verschnürten ihre Enkelin Nandu und den kleinen Kelip zu einem Bündel und verschleppten die Kinder an den Zarenhof nach Sankt Petersburg. Die Russen glaubten damals, dass Angehörige sibirischer Nomadenvölker Menschenfresser seien. Der kleine Russe Dima wurde zu den beiden angeblichen Menschenfressern in einen Käfig gesteckt. Die Erwachsenen weideten sich an seiner Angst, bevor sie ihn endlich wieder heraus ließen.

Als Leibeigene am Zarenhof wird Nandu nun Sinaida genannt. Ihr kleiner Bruder stirbt nach kurzer Zeit. Als Sinaida die Hofdame Valentina Gräfin Swarowa trifft, stehen sich zwei Frauen gegenüber, die Kummer und Hass fest in sich verschließen und äußerlich ungerührt scheinen. Die junge Gräfin verbirgt, dass sie Fjodor liebt, der zusammen mit seiner Schwester wegen Unbotmäßigkeit gegenüber dem Zaren nach Sibirien verbannt wurde. Valentina dient der deutschen Prinzessin Sophie von Anhalt-Zerbst-Dornburg, die als Jekaterina Alexejewna mit dem Großfürsten Peter verheiratet wurde, dem Neffen der Zarin Elisabeth I. Nach dem Tod der Zarin setzte Jekaterina ihren Mann 1762 ab und regierte Russland 34 Jahre lang.

Während Sinaidas Dienstzeit bringt Katharina den Thronfolger Paul zur Welt, der ihr nach der Geburt sofort weggenommen wird. Der gesamte Hofstaat lebt in einem - nicht nur äußerlich - eisigen goldenen Gefängnis. Zar oder Zarin können über jeden nach Belieben verfügen, Menschen verbannen oder miteinander verheiraten. Katharina hat vermutlich mehr als nur einen Liebhaber und ist in allerlei höfische Intrigen verwickelt. Sie vertraut Sinaida - die nur schlecht Russisch spricht und schreibt - als Botin wichtige Nachrichten an und schätzt sie auch sonst als zuverlässige Dienerin.

Nur äußerlich angepasst, sammelt Sinaida akribisch Informationen über den Entführer ihrer Kindheit und verliert niemals ihren Wunsch nach Rache aus den Augen. Als sie nach Jahren fürchtet, bald Russisch zu denken und dann ihre eigene Kultur zu vergessen, kreuzt sich ihr Weg mit dem des Kadetten Dima. Es ist genau der Dima, der sich noch an die verängstigten Kinder in ihrem Käfig erinnert. Dima dringt darauf, mehr über Sinaidas Herkunft zu erfahren. Inmitten aller Verwicklungen, die Katharinas Staatsstreich verursacht, gibt Dima der Handlung eine überraschende Wendung.

Nina Blazon lässt ihre Leser aus der Perspektive Sinaidas, Valentinas und Dimas einen Blick hinter die Kulissen des russischen Zarenhofs werfen. Nach eigenen Angaben hat die Autorin die Figur der Sinaida mit Merkmalen der Nenzen, der Jakuten und der Inuit versehen.
Fazit
Nina Blazons fesselnder historischer Roman portraitiert die junge Katharina während der Jahre 1754 bis 1762 und lehnt sich dabei an Ereignisse der russischen Geschichte des 18. Jahrhunderts an. Blazons Buch spricht Jugendliche wie Erwachsene an und überzeugt durch seine sorgfältige Ausstattung. Die Wege der handelnden Personenen aus ihrer Heimat nach Sankt Petersburg könnten durch die Einfügung einer Landkarte deutlicher werden.
8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne
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Vorgeschlagen von Helga Buss [Profil]
veröffentlicht am 15. März 2007

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