Das Leben des New Yorker Psychiaters Dr. Frederick Starks verwandelt sich an
seinem 53. Geburtstag in einem Alptraum. Im Wartezimmer seiner Praxis liegt ein
Brief mit der Überschrift "Willkommen am ersten Tag Ihres Todes".
Unterzeichnet ist der Brief von Rumpelstilzchen. Was Starks anfangs für einen
Scherz hält, entwickelt sich zu blutigem Ernst, denn sein Widersacher lässt ihm
genau 15 Tage Zeit, um herauszufinden, wer er in Wirklichkeit ist. Ansonsten
wird er nach und nach Starks Familie töten, außer der Psychiater opfert sein
eigenes Leben.
Nach seinem großen Erfolg mit "Die Anstalt" knüpft der Amerikaner John Katzenbach mit "Der Patient" an diesem Erfolg an. Der Roman überzeugt durch eine außergewöhnlich vielschichtige Handlung, in deren Mittelpunkt ein teuflischer Racheplan steht. Dr.Starks, anfangs ein gut situierter Psychiater dessen Leben in eingefahrenen Gleisen verläuft, verwandelt sich durch den Überlebenskampf zu einer äußerst durchdachten Persönlichkeit. Sein Ziel ist es, Rache an seinem Rächer zu nehmen und die Wahrheit herauszufinden. Diese Wahrheitssuche baut John Katzenbach auch sehr geschickt auf. Durchaus gekonnt zieht er die Spannungsschraube Kapitel für Kapitel fester an. Zusammen mit dem bedauernswerten Dr. Starks muss der Leser erkennen, dass der Racheplan bis ins letzte Detail perfekt ausgedacht ist. Egal ob die berufliche Reputation, das Privatvermögen oder der Wohnsitz - alles wird Dr. Starks genommen. Schließlich bleibt ihm nur noch ein Ausweg, um sich aus der Schusslinie zu bringen und seinerseits einen Racheplan umzusetzen. "Der Patient" ist sicher einer der besseren Katz-und Maus-Thriller dieses Jahres. Einziges Manko ist der erhebliche Umfang des Romans. Manche Stellen hätten durch etwas kürzer beschrieben werden können, um dem Thriller etwas mehr Tempo zu geben. So liest sich das Werk an einigen Stellen etwas zäh, was aber insgesamt den guten Gesamteindruck nicht schadet. Fazit
"Der Patient" überzeugt durch eine tolle Idee, die den Leser fesselt
und mit dem Helden mitfiebern lässt. Auch die Auflösung dieses guten Thrillers
ist plausibel und für den einen oder anderen Leser sicher auch etwas
überraschend.
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