Karin Jäckel: Vater werden. Der Wegweiser für ein glückliches Familienleben

Vater werden. Der Wegweiser für ein glückliches Familienleben

Verlag: Rowohlt Verlag [mehr Bücher von diesem Verlag zeigen]
Sparte: Sachbuch
ISBN-13 978-3-499-60967-1

Preis: aktuell keine Daten vorhanden
"Man sieht ja noch gar nichts" hatte Max gesagt, als er erfuhr, dass er Vater werden würde; und schon müssen die jungen Eltern die ersten Abstriche an liebgewordenen Gewohnheiten machen. 23 Anekdoten aus dem Leben der werdenden Eltern Max und Marie leiten 23 Kapitel über verschiedene Aspekte des Vaterwerdens ein. Wir erfahren über die Entwicklung des Ungeborenen, finden Antworten auf juristische und medizinische Fragen. Karin Jäckel beschreibt augenzwinkernd den Typ überfürsorgliche Mutter, die darauf beharrt, dass Mütter alles besser können und man das neue Baby besser nicht mit dem Vater allein lässt. Kritisch und realistisch charakterisiert die Autorin den modernen Vater als Akrobaten zwischen sich widersprechenden Erwartungen. Sie kann empirisch belegen, dass deutsche Eltern im Europa-Vergleich die perfektionistischsten sind. Vermutlich bezeichnen sie sich deshalb auch selbst als die gestresstesten Eltern. Die erfahrene Mutter dreier Söhne entlarvt wie ehemals erfolgreiche berufstätige Frauen plötzlich von ihrer Umgebung wie dumme Kinder behandelt werden, nachdem sie ein Baby bekommen haben. Treffend stellt Jäckel die getrennten Welten der berufstätigen, spät heimkehrenden Väter dem der Mütter gegenüber, die den ganzen Tag nur mit kleinen Kindern gesprochen haben.
Karin Jäckel empfiehlt einige ausgewählte Klassiker der Männer-Literatur, die sich eher an den psychologisch-literarisch interessierten Mann wendet als an den handwerklich oder naturwissenschaftlich interessierten Vater, der die Methode "Learning-by-doing" vorzieht.
Sie stellt realistische Forderungen an die Elternbildung, die erreichen soll, dass junge Paare ohne gegenseitige Vorwürfe die Leistungen von Vater und Mutter anerkennen und ihren Kindern so ein ermutigendes Beispiel geben können. "Sperrt die Männer nicht aus dem Kinderzimmer, bringt ihnen bei, wie sie sich dort sinnvoll betätigen können!" hatte schon L. M. Alcott (geboren 1832) gefordert.
Fazit
Die einführenden Anekdoten sind ein lockerer Einstieg ins Thema, doch teilweise zu lang. Das letzte Drittel des Buches schildert knapp und treffend die aktuelle Situation junger Eltern in Deutschland.
7 Sterne7 Sterne7 Sterne7 Sterne7 Sterne7 Sterne7 Sterne7 Sterne7 Sterne7 Sterne

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Vorgeschlagen von Helga Buss [Profil]
veröffentlicht am 28. August 2006

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