Edmund Schalkowski: Rezension und Kritik

Rezension und Kritik

Verlag: UVK Verlagsgesellschaft [mehr Bücher von diesem Verlag zeigen]
Sparte: Sachbuch
ISBN-13 978-3-89669-341-9

Preis: 7,19 Euro bei Amazon.de [Stand: 29. September 2016]
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Nach der Lektüre eines Buches mit dem Titel "Rezension und Kritik" sollte die daran anschließende Rezension sich wohl an den Ansprüchen einer guten Kritik messen lassen. Ansonsten versteht entweder der Rezensent sein Handwerk nicht oder das Buch bringt sein Anliegen nicht richtig herüber.
In diesem Fall kann ich mich jedoch damit herausreden, dass es sich bei dem mir vorliegenden Buch um ein Sachbuch handelt, welches in dem ansonsten umfangreichen Praxisteil ebenso wie die Spielekritik leider keine Berücksichtigung findet. Und diese Ausrede ist sicherlich nötig, denn die Schuld an einer schlecht geschriebenen Kritik kann nicht dem Autor bzw. den Autoren des Buches zugeschrieben werden.

Durchgehend ist das Buch in einer verständlichen Sprache geschrieben, obwohl man besonders in den ersten Teilen manchmal den Eindruck bekommt, dass sich das Buch nur an Profischreiber wendet. In einer theoretischen Abhandlung, die jedoch viele kleine Beispiele beinhaltet, wird sich dem Begriff der Kunst bzw. des Kunstwerkes sowie der Kunstkritik genährt. Auch wenn sich dieser Teil gut lesen lässt und man spürt, dass der Autor Edmund Schalkowski, der selbst als Redakteur bei mehreren Tageszeitungen gearbeitet hat, weiß wovon er schreibt, so ist die Lektüre teilweise etwas anstrengend und man befürchtet überhaupt keine praktischen Tipps zum Schreiben zu bekommen. Besonders bei der Abhandlung über die Merkmale eines Kunstwerkes kann der Hobbyrezensent leicht abgeschreckt werden. Leicht wird einem das Gefühl vermittelt sich selbst nur mit "Kitsch" und ähnlichem zu befassen und somit der Aufgabe als Rezensent nicht zu genügen, doch Kapitel sieben und acht nehmen einem dann schnell wieder diese Ängste. Hier werden die Bausteine sowie der Aufbau einer Kunstkritik vorgestellt, was auch für jeden Hobbyrezensenten, egal über welches Medium er berichtet, eine Hilfe darstellt. Daran schließt der lange Praxisteil (Kapitel 9 - 22) an, in dem Redakteure verschiedener bekannter Zeitungen Ratschläge zu bestimmten Genres weitergeben: Sowohl Beiträge zu Literatur, Theater, Musik und Film als auch zu Architektur, Design, Foto, Tanz und Kunst sind hier vertreten. Auch hier ist hervorzuheben, dass sich alle Kapitel, obwohl sie von verschiedenen Autoren geschrieben wurden, sehr gut lesen lassen. Alle sind verständlich und in einem lockeren Tonfall geschrieben worden, so dass man Spaß bei der Lektüre hat. Darüber hinaus sind diese Beiträge für das Schreiben einer Kritik äußerst hilfreich und eignen sich auch zum Nachschlagen. Hier muss man die Kapitel nicht wie in den ersten Teilen in der vorgegebenen (alphabetischen) Reihenfolge lesen, sondern kann sich dem Genre widmen, für das man sich besonders interessiert. Auch wenn es viele Gemeinsamkeiten der Kapitel in diesem letzten Teil gibt, so unterscheiden sich die Artikel doch in ein paar Punkten: Einige Autoren gehen besonders auf die Kriterien einer Kritik ein, während andere ihren Schwerpunkt auf das Verstehen und die Erarbeitung eines Werks legen. Zur Verständlichkeit der Ausführungen dienen jeweils viele Beispiele. Leider beinhaltet u.a. das Kapitel zur Design-Kritik kein Beispiel, was besonders bei diesem Genre, das nicht ganz klar umrissen ist, hilfreich wäre.

Das Buch verdeutlicht insgesamt, dass es einerseits wichtig ist, sich in dem zu rezensierenden Medium gut auszukennen und dass es andererseits unverzichtbar ist verständlich und einfach zu schreiben.
Fazit
Es ist für alle zu empfehlen, die oft Kritiken in einem der vorgestellten Genre schreiben und gerne ein paar Tipps und Anregungen erhalten möchten - auch für Hobbyrezensenten, die ihr Geld nicht in erster Linie mit Journalismus verdienen. Insbesondere der Praxisteil ist hier positiv hervorzuheben.

"Ein Handbuch für journalistische Kritiker: Hier findet man alles von Geschichte der Kritik über deren Aufbau sowie Tipps zum guten Gelingen. Wer das Ziel erreichen will, in seiner Kritik klare Position zu beziehen, unvoreingenommen zu schreiben und nicht ins Bedeutungslose abzurutschen, der findet hier das richtige Werkzeug dazu. Sehr empfehlenswert!"
www.fortbildung-online.de


Rezension erstveröffentlicht bei www.juleiqua.de
8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne

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Vorgeschlagen von Miriam [Profil]
veröffentlicht am 02. Mai 2006

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