Kurz vor der Abstimmung über den Nobelpreis für Medizin erhält Hans-Olof
Andersson, Mitglied der Nobelversammlung, Besuch von einem Unbekannten, der ihm
viel Geld bietet, damit er eine bestimmte Kandidatin wählt. Als Hans-Olof
entrüstet ablehnt, entführen die Unbekannten seine Tochter Kristina und
erpressen ihn nun auf diesem Weg. Verzweifelt wendet er sich an seinen Schwager
Gunnar Forsberg, der gerade eine Haftstrafe wegen Industriespionage absitzt.
Hans-Olof erreicht Gunnars Entlassung und bittet seinen Schwager darum, sich auf
die Suche nach Kristina zu machen. Gunnar willigt ein und lässt sich auf einen
Wettlauf gegen die Zeit ein, denn die Preisverleihung rückt immer näher.
Um es vorweg zu nehmen: "Der Nobelpreis" ist Eschbachs bester Roman seit seinem Bestseller "Das Jesus-Video". Äußerst gekonnt erzählt der Schwabe mit Wohnsitz in Frankreich eine packende Geschichte, die mit einer grandiosen Überraschung endet. Überhaupt ist der Roman ziemlich ungewöhnlich. Erzählt Eschbach die ersten gut einhundertundzwanzig Seiten aus Sicht von Hans-Olof Andersson in der dritten Person, so wechselt die Erzählperspektive dann zu Gunnar Forsberg. Fortan erlebt der Leser die Suche nach Kristina aus Sicht des Ich-Erzählers. Und diese Suche hat Andreas Eschbach sowohl mit packenden, als auch mit humorvollen Höhepunkten gewürzt. Nebenbei erfährt man eine Menge über die Geschichte des Nobelpreises. Absoluter Höhepunkt des Romans ist jedoch die Auflösung der ganzen Geschichte, die an dieser Stelle natürlich nicht verraten wird. Aber, so viel sei erlaubt, das Finale ist in jeder Beziehung ungewöhnlich. Fazit
Nach seinem letzten, nicht ganz so gelungnen Roman "Der Letzte seiner
Art" findet Andreas Eschbach mit "Der Nobelpreis" wieder zu alter
Form zurück und legt einen hervorragenden Thriller vor, der sich vor keiner
internationalen Konkurrenz fürchten muss.
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