Jan-Uwe Rogge: Wut tut gut

Wut tut gut

Verlag: Rowohlt Verlag [mehr Bücher von diesem Verlag zeigen]
Sparte: Sachbuch
ISBN-13 978-3-498-05775-6

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Seit Hesiod 700 vor Christi kritisierte "diese Jugend ist ohne Zweifel unerhört rücksichtslos und frühreif" sind sich Pädagogen und Redakteure einig: es wird immer schlimmer. Jan-Uwe Rogge hat sich mit dem Thema kindliche Aggression seit 30 Jahren beschäftigt. Mit Beobachtungen aus Schule, Kindergarten und Familie illustriert er, was sich wirklich verändert hat und was sich verändern sollte. Wir erfahren, dass nur ein selbstbewusster Mensch andere respektieren, Konflikte lösen und mit den eigenen Aggressionen umgehen kann.
Der Autor ist vertraut mit den elterlichen Befürchtungen gegenüber Darstellung von Aggressionen in den Medien, mit ihren Sorgen um Fernseh- und Computer-Konsum, und er nimmt entschieden Stellung. Er verdeutlicht, dass das unübersichtliche Schlachten-Getümmel des Geschwister-Streits zwar nervig für die Umgebung, aber wichtig für die kindliche Entwicklung ist. Leser und Leserinnen sollten analysieren, wem dramatische Auftritte ihrer Kinder nützen und welche Rolle sie selbst dabei spielen.
Rogges Darstellung von "Zerstörung und Selbstzerstörung in der Pubertät" zeigt feine Unterschiede zwischen schrillem Auftreten aus Lust an der Provokation und behandlungsbedürftigen Störungen auf. Drogenkonsum, Ess-Störungen oder Wahrnehmungsstörungen gehören in die Hand fachkundiger Therapeuten.
Zum Thema Gewalt und Zerstörungen an Schulen und der ständig kritisierten Unhöflichkeit deutscher Schüler hat Rogge Erfahrungen aus jahrelanger Beratungspraxis. Er hält einen Teil der öffentlichen Kritik für populistische Vereinfachung; denn die Zahl der Jugendlichen, die auf ihre Probleme mit psychosomatischen Störungen reagieren ist vier mal so groß wie die der gewalttätigen Jugendlichen.
Der Autor ist bekannt für seine deutliche Kritik am "verplanten Kind mit Terminkalender". Er erwartet, dass wieder mehr Eltern ihren Kindern beim Raufen und Herumtoben realistische Grenzen aufzeigen. In Diskussionen sollen sie ihren Kindern konsequente Streit-Partner sein.
Fazit
Ein praxisorientierter Ratgeber, umfassender als der Titel zunächst vermuten lässt.
8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne
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Vorgeschlagen von Helga Buss [Profil]
veröffentlicht am 03. August 2005

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