Maki Sasaki: Der Schweinebaum

Der Schweinebaum

Verlag: Kato Kunst & Verlag [mehr Bücher von diesem Verlag zeigen]
Sparte: Kinderbuch
ISBN-13 978-3-938572-01-6

Preis: 11,90 Euro bei Amazon.de [Stand: 09. Dezember 2016]
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In Berlin scheint es einen neuen Verlag zu geben, der sich die Übersetzung japanischer Kinderbücher ins Deutsche auf die Fahnen geschrieben hat. Normalerweise würde mich, der ich aus dem Kinderbuch-Alter schon herausgewachsen bin, diese Tatsache nicht übermäßig tangieren, aber der Gründer und Namensgeber des Verlags, Holger Kato, hat mir von seinen ersten beiden Titeln je ein Rezensionsexemplar zugesandt. "Der Schweinebaum" von Maki Sasaki hat schon rein äußerlich mein Interesse geweckt und so habe ich es direkt gelesen. Der eigentlichen Rezension schicke ich voraus: Ich bin entsetzt!
Im "Schweinebaum" geht es um einen Wolf, der ziemlich langsam läuft und deshalb zum einen kein Schwein zum Fressen fangen kann und zum zweiten von diesen natürlich ausgelacht wird, weil er so lahm ist. Aber zum Glück gibt es Dr. Fuchs, an den sich der Wolf wenden kann. Dieser hat Schweinebaumsamen erfunden, mit denen sich der Wolf einen Schweinebaum züchtet. Dank des ebenfalls gelieferten Schnellwuchssaftes ist der Baum, an dem Schweine wachsen, auch schnell zu einem riesigen Ungetüm geworden. Urplötzlich erschüttert jedoch ein Elefantenmarathon die Erde und alle Schweine, die bisher am Baum gewachsen sind, fallen herunter und laufen weg - bis auf ein Schwein. Das bleibt ohnmächtig am Baum liegen und der Wolf sieht seine große Chance gekommen. Schnell macht er ein Feuer, aber bevor er das Schwein zubereiten kann, fängt sein Schwanz Feuer und auch das letzte Schwein rennt weg. Also legt der Wolf ein neues Samenkorn in die Erde und begießt es mit dem Schnellwuchssaft. Ende der Geschichte.
Wozu sollen Kinderbücher dienen? Sind sie nicht zum Beispiel eine Einschlafhilfe, aus der die Eltern vorlesen? Jawohl, so erinnere ich mich an die Kinderbuchzeit - aber zu diesem Zweck hätten meine Eltern niemals ein Buch wie den "Schweinebaum" ausgewählt. Die Handlung ist nicht interessant und noch unattraktiver erzählt, und vor allem strotzt sie vor Brutalität. Diese beginnt schon beim Wolf, der in vielen anderen Kindergeschichten der Bösewicht ist. Womit verdient er, hier die Hauptperson zu sein? Warum wird ihm, der ja nicht unbedingt edle Ansichten verfolgt, die Opferrolle zugewiesen? Und warum geht Maki Sasaki, der laut Presseinformation in Japan "seit Jahren für seine humorvollen Kinderbücher gefeiert" wird und "einer der erfolgreichen japanischen Kinderbuchautoren" ist, so weit, den Kindern als Problemlöser einen absurden Schweinebaum zu präsentieren?
Nun zum Zeichenstil. Zugegeben, er ist einfallsreich, aber kindgerecht? Nein! Die Charaktere sind lieblos, einfältig und detaillos gezeichnet. Abgesehen von einer Träne, die sich der Wolf wegen der Verspottung aus dem Auge drückt, und einem Verband, den er am Schluss wegen dem verbrannten Schwanz um ebendiesen gewickelt hat, ist nicht die geringste Veränderung an ihm zu beobachten. Bei den Schweinen hat Sasaki größtenteils auch von Veränderungen abgesehen, und der auftretende Dr. Fuchs wirkt auf kleine Kinder optisch eher verängstigend.
Fazit
Wer sich meine restlichen Rezensionen ansieht, merkt, dass ich die meisten Fehler nur geringfügig in die Bewertung einfließen lasse, da sie oft durch positive Merkmale ausgeglichen werden. Was soll ich aber machen, wenn es nicht ein einziges positives Bewertungselement gibt? Genau: Ich vergebe keinen einzigen Stern, und genau das sei hiermit erledigt.
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Vorgeschlagen von Nico Haase [Profil]
veröffentlicht am 14. Juni 2005

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