Rainer M. Schröder: Das Geheimnis des Kartenmachers

Das Geheimnis des Kartenmachers

Verlag: Der Hörverlag [mehr Bücher von diesem Verlag zeigen]
Sparte: Hörbuch
ISBN-13 978-3-89940-412-8
Preis: 19,95 Euro bei Amazon.de [Stand: 07. Oktober 2008]

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So ein richtig feiner Schmöker ist ja etwas Feines. Erst recht, wenn die Herz/Schmerz-Schiene bedient wird, das nötige Schaudern und Gruseln über die finsteren Gegebenheiten des Mittelalters erreicht wird, und bedeutende historische Tatsachen auf unterhaltsame Weise als Rahmenhandlung dienen. Solch einen richtig feinen Schmöker hat Rainer M. Schröder mit "Das Geheimnis des Kartenmachers" abgeliefert. Die Geschichte wird erzählt aus der Sicht des Caspar Sebald, eines halbwüchsigen Burschen mit dem Herz am rechten Fleck. Durch einen dummen Streich hat er sich in den Wasserkerker der Stadt Augsburg und anschließend an den Pranger gebracht. An der Bürde seines armseligen Lebens unter der Knute des strengen Vaters und boshaften Bruders geht er schon fast zugrunde, als ihn der verschrobene Kupferstecher Bartholomäus Wolkenstein als Gehilfen zu sich holt. Schon bald merkt Caspar, daß sein Meister vielerlei geheimnisvolle Dinge tut und mehr ist, als er zu sein vorgibt. Auch die schüchterne Magd Klara führt sich seltsam auf. Je mehr er erfährt, desto neugieriger wird er, und schneller als ihm lieb ist, hat er sich gemeinsam mit seinem Meister und Klara in ein gefährliches Abenteuer verstrickt, und sie können es nur heil überstehen, wenn sie zusammenhalten wie Pech und Schwefel... Das alles ist sehr nett anzuhören, und kommt angenehmerweise sogar ohne blutrünstige Details aus. Der Sprecher Max Urlacher liest in sehr variationsreicher Stimmlage und verleiht der Handlung den nötigen Fluss. Über einige Kleinigkeiten muß man allerdings hinwegsehen: die allzu klischeehaften Darstellungen, daß Schröder einfach die von unserer Zeit geprägten Denk- und Handlungsweisen in das Mittelalter verlegt hat, ohne das Reden und Tun der Personen ihrem sozialen und historischen Umfeld anzupassen... und vielleicht hätte sich irgendwer mal erkundigen sollen, wie man die portugiesischen Namen und Orte ausspricht.
Fazit
Alles in allem eine nette Abenteuergeschichte, die einige entspannte Stunden schenkt. Besonders spannend für die, die sich gerne in das finstere Mittelalter entführen lassen...

Vorgeschlagen von Annette Rieck [Profil]
veröffentlicht am 20. April 2005

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