Jochen Till: Der letzte Romantiker

Der letzte Romantiker

Verlag: Edition Nautilus [mehr Bücher von diesem Verlag zeigen]
Sparte: Belletristik
ISBN-13 978-3-89401-445-2

Preis: 12,90 Euro bei Amazon.de [Stand: 04. Dezember 2016]
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Auch wenn er zu einer laut Jochen Till aussterbenden Sorte Mensch gehört, "Der letzte Romantiker" lebt noch. Hierbei handelt es sich um Rocket, der es seinem Bruder Koller zu verdanken hat, dass er seine romantische Ader auch mal ausleben darf. Aber vielleicht fange ich besser von vorne an...
"Mein Bruder fickt gerne herum. Ich würde das nicht sagen, wenn es nicht stimmen würde. (...) Ich ficke nicht. Ich ficke nicht. Das ist keine reine sprachliche Angelegenheit; das wäre zu einfach. Ich habe noch nie gefickt. Ich könnte auch nie ficken. Ich liebe. Das ist etwas völlig anderes." Man merkt direkt: Einen größeren Unterschied zwischen dem Romantiker Rocket und seinem Bruder gibt es nicht. Viel deutlicher wird dies noch im weiteren Verlauf des ersten Kapitels. Koller ruft wie gewöhnlich mitten in der Nacht seinen Bruder Rocket an, damit er ihn von seinen... abendlichen Aktionen abholt. Doch dieses Mal liegt die Sache leicht anders: Koller steht nicht nackt vor der Haustür seiner Bettgefährtin, nein, er ist auch nicht angezogen in ihrer Wohnung zu finden. Er liegt noch in ihrem Bett und sie sitzt noch auf ihm. Koller hat mit dieser Freundin nämlich ein viel größeres Problem als mit den vorherigen: Er wird für immer ihr letzter Freund sein. Während des Geschlechtsaktes ist Natalja gestorben und Koller spürt schon die Rache ihres Vaters, seines Arbeitgebers (so man einen russischen Mafiaboss so betiteln kann), genannt Büffel, auf ihn zukommen. Koller und Rocket bleibt so nichts anderes übrig, als zu fliehen. Dass ihnen dabei aber Nataljas Mitbewohnerin Cassidy, die dem schüchternen Rocket auf den ersten Blick gefällt, in die Quere kommt, war noch weniger geplant, also wird sie kurzerhand mitgeschleppt.
Rasant setzt sich die Geschichte fort: Der Büffel ist, wie Koller schon vorsichtig vermutete, nicht besonders erfreut über den Tod seines Engelchens und macht sich mit seinem Gefolge auf die Suche nach Koller. Dieser ist nach Absprache mit seiner Mutter in Richtung seines Onkels Otto abgereist, also folgen Büffel, seine "Mitarbeiter" und die Geisel, Kollers Mutter, ihnen. Noch mehr Quere kommt dazwischen: Das Fernsehteam um den skrupellosen Franz Fischkopp, das eine Reportage über Autofahrer drehen will, die das Abschließen der Türen an der Tanke vergessen. Dass sie zuerst an Koller und seine zwei Beifahrer geraten (Koller schießt hierbei mit seiner Lieblingsknarre Lemmy dem Lockvogel ins Bein - einmal absichtlich und ein zweites Mal im Kampf mit seinem Bruder um Lemmy) und dann die Bekanntschaft mit Büffel und Kameraden machen (diese nehmen den neuen Lockvogel als Geisel), ist nicht gerade Glück. Und dass Kollers Mutter bei den perversen Sexspielchen ihres Bruders Otto mit den auf seinem Hof lebenden Tieren einfällt, woher sie den Büffel kennt, ist noch tragischer...
Fazit
Rasant. Spannend. Schräg. Lustig. Diese vier Wörter müssen reichen, um Jochen Tills ersten Roman für junggebliebene Erwachsene zu charakterisieren. 10 Sterne für ein Meisterwerk!
10 Sterne10 Sterne10 Sterne10 Sterne10 Sterne10 Sterne10 Sterne10 Sterne10 Sterne10 Sterne
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Vorgeschlagen von Nico Haase [Profil]
veröffentlicht am 12. Oktober 2004

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