Unheilig: Als Musik meine Sprache wurde

Als Musik meine Sprache wurde

Verlag: riva Verlag [mehr Bücher von diesem Verlag zeigen]
Sparte: Biografie
ISBN-13 978-3-86883-210-5

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Nachdem Unheilig lange als Nischenband der Gothic-Szene gesehen wurde, gelang ihnen mit dem Album "Große Freiheit" und der Single "Geboren um zu leben" der Sprung an die Spitze der Charts. Fortan änderte sich das Leben des Bandleaders, der sich der Graf nennt. Es folgten ausverkaufte Tourneen, zahlreiche TV-Auftritte und viel Kritik an seiner Person, da ihn Fans der ersten Stunde Verrat und Konsum vorwarfen.

Im Fahrwasser des Albums "Lichter der Stadt" erschien die Autobiografie des Grafen, die mit "Als Musik meine Sprache wurde" einen mehr als passenden Titel trägt. Ich selbst verfolge das musikalische Schaffen des Grafen seit dem Album "Puppenspiel", bin also auch noch vor dem großen Erfolg auf ihn aufmerksam geworden und wollte mich jetzt, wo er seinen Abschied verkündet hat, doch etwas näher mit ihm beschäftigen.

In seiner Autobiografie erzählt der Graf von seiner Kindheit in einer westdeutschen Kleinstadt. Der Leser erlebt mit, wie aus dem stotternden Jungen einer der erfolgreichsten deutschen Musiker der letzten Jahre wurde. Abseits all dessen, was über den Grafen und seine Musik in den letzten Jahren geschrieben wurde, wirft seine Biografie einen äußerst interessanten Blick hinter die Kulissen der Band und vor allem hinter die Schale des Mannes, der mit seinen Texten versteht, die Menschen zu berühren, wie kaum ein anderer Musik in den letzten Jahren. Das war aber nicht immer so. Wie viele Musiker zuvor, musste auch der Graf eine lange Durststrecke überstehen, um den Erfolg zu haben, den er heute hat. Mich hat fasziniert, mit welcher Besessenheit er von seiner Musik war und wie sehr ihn der Wunsch angetrieben hat, genau das beruflich zu machen. Allerdings habe ich auch einen Menschen kennengelernt, der, bedingt durch Ereignisse in seiner Vergangenheit, von tiefen Zweifeln seiner eigene Person gegenüber, geprägt ist und diese Zweifel nur schwer ablegen konnte. Sehr offen erzählt der Graf über seine Probleme und lässt den Leser an seiner Geschichte teilhaben. Natürlich ist dies vielleicht nicht die ganz große Kunst der Literatur. Aber diesen Anspruch hat er schon mit seiner Musik nicht für sich erhoben.
Fazit
Wer sich für das Schaffen von Unheilig interessiert, sei die Lektüre von "Als Musik meine Sprache wurde" unbedingt empfohlen, zeichnet die Autobiografie doch einen überaus interessanten Lebens- und Leidensweg nach. Allerdings kann ich mir nach der Lektüre kaum vorstellen, dass der Abschied des Grafen wirklich für immer ist - dazu liebt er die Musik eigentlich zu sehr.
9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne

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Vorgeschlagen von Michael Krause [Profil]
veröffentlicht am 14. Dezember 2014

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