Ulrike Renk: Die Australierin

Die Australierin

Verlag: Aufbau Verlagsgruppe [mehr Bücher von diesem Verlag zeigen]
Sparte: Belletristik
ISBN-13 978-3-7466-3002-1

Preis: 12,99 Euro bei Amazon.de [Stand: 11. Dezember 2016]
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Durch den großen Brand in Hamburg, der vom 5. bis 8. Mai 1842 in der Stadt wütete und viele ihrer Bürger um Hab und Gut brachte, weil ihre Häuser verbrannten und sie vorübergehend Bleibe bei Freunden oder Verwandten suchen mussten, wurden letztendlich auch die Pläne für Emilia Bregartners Leben auf schicksalhafte Weise gravierenden Veränderungen unterworfen. Das sensible, gefühlvolle Mädchen lebte mit seiner Familie, den Eltern Anna und Martin, sowie den Bediensteten Inken, Mats, Ole und der Altmagd Sofie auf dem alten Bregartnerschen Besitz in Othmarschen unweit der Hauptstadt, eingebunden in die sichere Vertrautheit einer ländlichen, behaglichen Kindheit, umsorgt von der nimmermüden Liebe der jungen Magd Inken, die stets um das Kind bemüht war, vor Allem dann, wenn Anna durch oft aufeinander folgende Schwangerschaften ihrer Mutterrolle nicht gerecht werden konnte.

Die lodernden Flammen in Hamburg nun hatten Martins dort lebenden Bruder Hinrich und dessen kinderlose Frau Minna um ihr Haus gebracht, sodass sie erst einmal mit Gepäck und Dienstpersonal Einzug in Othmarschen hielten. Ihre dort entstandene Auffassung, dass Emilia eine angemessenere Schulbildung und Umgebung zuteil werden müsse, wenn sie sich eines Tages einmal standesgemäß verheiraten wolle und sich die kinderliebe Minna besonders intensiv ihrer annehmen könne, überzeugte auch die Eltern, sodass sie Emilias Umzug nach Hamburg zustimmten, als Tante und Onkel ins neu erbaute Haus zurückkehren konnten. Jedoch war es nicht nur für ein oder zwei Jahre, wie es dem unglücklichen Kind zum Trost geheißen hatte, sondern für eine viel längere Zeit, in welcher der Vater dann noch beruflich in England sein musste und Emilias Mutter und den jüngsten Sohn Julius mit in die Fremde nahm.

Emilia wuchs in die Hamburger Gesellschaft hinein, aber die Regeln, welche dort als ungeschriebene Gesetze Gültigkeit hatten, konnten ihre Gefühle nicht ausschalten und die Stimme ihres Herzens nicht zum Schweigen bringen. Das wusste sie, als sie Kapitän Carl Gotthold Lessing gegenüberstand und erkannte, dass er mehr für sie sein würde als Familie und Heimatland. Was bisher Bestand für sie hatte, würde den wechselhaften Gezeiten seines Lebens unterliegen, der Rhythmus seines Herzens würde von nun an der ihrige sein...

Ulrike Renk nimmt den Leser mit in eine Welt tiefer Gefühle und gewachsenerTraditionen, der Liebe zur Heimat und dem Drang in geheimnisvolle Ferne - eingebunden in eine große Familiengeschichte. Die Protagonisten, deren reales Leben sie liebevoll detailliert recherchiert hat, sind ausdrucksvoll und beeindruckend gezeichnet, sind im Roman so intensiv zum Leben erweckt, dass der Leser keinerlei Schwierigkeiten hat, in ihre Geschichte einzutauchen und ihren Emotionen zu folgen. Engagiert und voller Anteilnahme nimmt man an den Höhen und Tiefen ihres Daseins teil und lässt sich durch die reiche, flüssige Sprache der Autorin wunderbare Lesestunden bereiten.
Fazit
Das ist ungetrübte Freude an einem eindrucksvollen Gemälde aus Worten, dessen Autorin von mir sehr gerne eine volle Bewertungszahl und die Bitte um eine Fortsetzung dieser Familienchronik erhält.
10 Sterne10 Sterne10 Sterne10 Sterne10 Sterne10 Sterne10 Sterne10 Sterne10 Sterne10 Sterne
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Vorgeschlagen von brillenbaby [Profil]
veröffentlicht am 28. Februar 2014

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