Nora Frisch, Weng Qi: Der Admiral des Kaisers

Der Admiral des Kaisers

Verlag: Drachenhaus Verlag [mehr Bücher von diesem Verlag zeigen]
Sparte: Jugendsachbuch
ISBN-13 978-3-943314-01-4

Preis: 24,95 Euro bei Amazon.de [Stand: 03. Dezember 2016]
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Schon oft habe ich mich gefragt, warum China nicht wie Spanien oder Portugal als Seefahrernation bekannt wurde. Weng Qi und Nora Frisch haben herausgefunden, warum das so ist. Aus der Zeit des chinesischen Admirals Zheng He im 15. Jahrhundert sind kaum schriftliche Zeugnisse erhalten. Was heute über Schiffbau und Seefahrt jener Epoche bekannt ist, wurde nachträglich rekonstruiert. Zheng He kam in seiner Jugend als Gefangener an den Hof des Kaisers Yongle. Sein eigentlicher Name Ma He weist auf seine Herkunft aus einer muslimischen Familie hin. Zheng He wurde auch Sanbao genannt, was Spekulationen anregte, er könnte die reale Person hinter Sindbad gewesen sein. Unter Zheng Hes Kommando wurde China zu größten Seefahrernation des Mittelalters. Was die Chinesen am Beginn der Mingdynastie veranlasste, den Küsten entlang neue Länder zu entdecken, vermitteln die Autoren sehr anschaulich, illustriert mit historischen Landkarten und Portraits der vorgestellten Personen.

Für uns heute kaum vorstellbar ist die Größe chinesischer Dschunken, die mit bis zu 9 Masten und ganz aus Holz gebaut größer waren als z. B. die HMS Victory. Den Schiffbau mit Schotten, angeregt durch den Wuchs des Bambus, praktizierten chinesische Schiffbauer bereits 500 Jahre bevor die Europäer auf diese Idee kamen. Vom gesellschaftlichen Hintergrund, über die Versorgung einer Besatzung von rund 1000 Mann bis zu den nautischen Kenntnissen jener Zeit lassen die Autoren die Reisen des Zheng He im 15. Jahrhundert sehr lebendig werden.

Zur Zeit Yongles sah China sich als Mitte der Welt und andere Staaten als seine Untertanen. Das chinesische Weltbild mit China als anderen überlegene Kultur im Mittelpunkt wird heute noch eindringlich am Grundriss des alten Kaiserpalastes in Peking deutlich. Der chinesische Kaiser schickte seinen Admiral aus, um Handelswege wie die Straße von Malakka zu sichern, Frieden zwischen verfeindeten Staaten zu schaffen und tributzahlende Verbündete zu finden, die ihn als ihren Herrscher anerkannten. Heute nimmt man an, dass viele Händler den chinesischen Kaiser nur pro forma anerkannten, um in China ungestört ihre Geschäfte abwickeln zu können. Mit Zheng Hes Karriere endete auch die Blüte der chinesischen Seefahrt. Ein Brand im Kaiserpalast wurde als Hinweis auf den Zorn des Himmels über die verschwenderisch ausgestatteten Schiffe des kaiserlichen Admirals gedeutet.

Die Benutzung des hochwertig gefertigten Buchs wird durch ein Glossar in deutsch, chinesisch und Pinyin-Umschrift erleichtert.
Fazit
Für die Zielgruppe historisch interessierter Sachbuchleser ab 12 Jahren finde ich das Buch in Sprache und Bild-Text-Verhältnis sehr gelungen. So lebendig lasse ich mir Geschichte gern erklären.
10 Sterne10 Sterne10 Sterne10 Sterne10 Sterne10 Sterne10 Sterne10 Sterne10 Sterne10 Sterne

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Vorgeschlagen von Helga Buss [Profil]
veröffentlicht am 14. Februar 2013

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