Jonas Winner: Der Architekt

Der Architekt

Verlag: Droemer Knaur [mehr Bücher von diesem Verlag zeigen]
Sparte: Thriller
ISBN-13 978-3-426-51275-3

Preis: 9,99 Euro bei Amazon.de [Stand: 09. Dezember 2016]
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Der Prozess gegen den Stararchitekten Julian Götz hält die Berliner Öffentlichkeit in Atem. Götz soll seine Frau und seine beiden Töchter erschlagen haben. Der Drehbuchautor Ben Lindenberger beobachtet den Prozess und beschließt, ein Buch über Julian Götz zu schreiben. Er nimmt Kontakt mit den in U-Haft sitzenden Architekten auf, der sich, zu Lindenbergers Überraschung, mit seinem Vorhaben einverstanden erklärt. Stück für Stück erhält Ben Informationen, muss aber gleichzeitig erkennen, dass er von Julian Götz manipuliert wird. Und so Gerät er in einen Strudel, dessen Sogwirkung alles um Ben mitreißt. Er lernt Götz Geliebte kennen, kommt dessen Schwägerin näher und muss sich immer wieder die Frage stellen, welche Rolle ein Haus spielt, das Götz entworfen und gebaut hat.

Jonas Winner, der durch seine eBook-Serie "Berlin Gothic" bekannt geworden ist, legt mit "Der Architekt" sein Romandebüt bei einem Majorverlag vor. Er erzählt die Geschichte in zwei unterschiedlichen Handlungssträngen. Einmal den schon erwähnten Part um Ben Lindenberger, zum anderen den um Mia, einer jungen Frau, die sich in einer obskuren Unterwelt bewegt, die dem Leser nur schwer deutlich und verständlich wird. Hier speist der Roman seine Spannung aus der Frage, wie diese beiden Handlungen zusammengehören. Ein Punkt, den Jonas Winner am Ende auflöst, auch wenn einige Punkte offen bleiben.

Das der Roman letztlich nicht aus der Masse der Psychothriller herausragt, liegt an diversen handwerklichen Aspekten. Ganz wesentlich ist der klischeehafte Schreibstil von Jonas Winner, der mich überhaupt nicht packen konnte. Dazu zählen auch die Dialoge, die allesamt hölzern und schablonenhaft wirken. Es gibt Szenen (wie das erste Zusammentreffen von Ben mit Julians Familie), bei denen man am liebsten den Rotstift ansetzen und ganze Passagen neu schreiben möchte. Dadurch können auch die Figuren nicht wirklich überzeugen. Ben Lindenberger bleibt als Hauptfigur blass und hat eher unsympathische Eigenschaften, die ihn nicht unbedingt zu einer Identifikationsfigur machen.

Die kurzen Kapitel regen zwar zum Weiterlesen an, jedoch nicht wegen des hohen Spannungsfaktors, sondern eher, weil man hofft, das genau dieser irgendwann einsetzt. Doch die Ausfahrt zur Hochspannung verpasst Jonas Winner ein ums andere Mal.
Fazit
Die gute Grundidee setzt Jonas Winner in seinem Thriller leider nicht gekonnt um. So bleibt "Der Architekt" ein unterdurchschnittlicher Roman, der nur bedingt spannend ist und vor allem durch den holprigen Erzählstil des Autors auffällig ist.
4 Sterne4 Sterne4 Sterne4 Sterne4 Sterne4 Sterne4 Sterne4 Sterne4 Sterne4 Sterne

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Vorgeschlagen von Michael Krause [Profil]
veröffentlicht am 04. Oktober 2012

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