Dieses Buch von Volker Ullrich gehört zu dem Besten, was ich über das Deutsche
Kaiserreich gelesen habe. Nach dem sehr interessanten, wenn auch umstrittenen
Buch von Hans-Ulrich Wehler: Das Deutsche Kaiserreich von 1973 sowie dem Buch
von Wilfried Loth: Das Kaiserreich: Obrgkeitsstaat und politische Mobilisierung
von 1996 wird hier ein umfangreiches Buch geboten, welches alle relevanten
Aspekte der Innen-, Außen-, Wirtschafts- und Gesellschaftspolitik des
Kaiserreiches umfasst. Es ist weniger umfangreich wie die Werke von Thomas
Nipperdey: Deutsche Geschichte 1866-1918, W.J. Mommsens: Das Ringen um den
nationalen Staat oder Hans-Ullrich Wehlers: Deutscher Gesellschaftsgeschichte.
Der Anspruch des Autors, "die Geschichte des Kaiserreichs nicht nur in
einem überschaubaren Rahmen zu halten, sondern sie auch so zu erzählen, daß ein
größeres, nicht nur fachlich interessiertes Publikum daran Gefallen finden
kann" (Vorwort, Taschenbuchausg., S. 12) wird erfüllt. Es wird nicht nur
das "eigentümliche Zwitterwesen" des Kaiserreiches, die
widerspruchsvolle "Verbindung von Immobilität und Modernität" deutlich
herausgearbeitet, auch die Gründe, die die Eliten (Fritz Fischer) dazu brachten,
die "Flucht nach vorn" in den Weltkrieg anzutreten, werden gut
herausgearbeitet.
Fazit
Ein gut lesbares, hervorragend recherchiertes Werk zum Kaiserreich.
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