Elisabeth Büchle: Der Klang des Pianos

Der Klang des Pianos

Verlag: Gerth [mehr Bücher von diesem Verlag zeigen]
Sparte: historischer Roman
ISBN-13 978-3-86591-663-1

Preis: 14,98 Euro bei Amazon.de [Stand: 03. Dezember 2016]
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Richard Martin arbeitet bei der Firma "Welte und Söhne", die sich auf alleinspielende Pianos spezialisiert hat. Eines Tages wird er als Übersetzer für eine entfernte Verwandte seines Chefs eingesetzt. Eher widerwillig nimmt er sich der Irin Norah Casey an, die sein Leben kräftig durcheinander wirbelt. Ein gutes Jahr später trifft er Norah in Belfast wieder, als er beauftragt wird, das Klavier auf der Titanic aufzubauen. Richard lernt Norah und ihre Familie kennen und bekommt einen Eindruck vom ärmlichen Leben der Arbeiterschicht in Belfast. Dabei kommen sich Richard und Norah näher, zumal Norah auf der Titanic als Stewardess arbeitet. Es beginnt die Jungfernfahrt des historischen Ozeanriesen, die auch für Richard und Norah zu einer entscheidenden Fahrt werden soll.

Mit "Der Klang des Pianos" legt die in Süddeutschland lebende Autorin Elisabeth Büchle einen Titanic-Roman der etwas anderen Art vor. Ähnlich wie bei "Tanz unter Sternen" von Titus Müller seht das Schiffsunglück nicht im Mittelpunkt des Romans. Im Werk von Elisabeth Büchle nimmt es sogar relativ wenig Raum ein. Das der Roman trotzdem oder gerade deshalb ein Genuss ist, liegt an der packenden Geschichte und an den überaus glaubhaften Figuren, die Frau Büchle zu Leben erweckt hat.

Der Roman gliedert sich in zwei Teile. Der erste, etwas kürzere Teil spielt in Freiburg und erzählt von den Tagen, die Norah Casey im Breisgau verbringt. Im zweiten Teil ist überwiegend Belfast der Schauplatz der Handlung. Der Leser lernt Norahs Familie kennen, die tatkräftig am Bau der Titanic mitgearbeitet hat. Richard lernt mit Helena Andrews eine junge Dame kennen, die großes Interesse an ihm hat und für dieses Interesse bereit ist, alles zu tun. Norah muss unterdessen Probleme ihrer Freunde lösen und legt sich mit den falschen Personen an. Die Titanic spielt im Prinzip nur eine untergeordnete Rolle, auch wenn sie für den Fortgang der Geschichte und vor allem für das Ende von elementarer Bedeutung ist. Das lesenswerte an "Der Klang des Pianos" ist, dass der Roman das Unglück im Prinzip nicht braucht. Der Plot überzeugt und begeistert Leser unterschiedlicher Genres. Natürlich kommt auch Elisabeth Büchle nicht um das eigentliche Unglück herum, kann aber auch hier überzeugen. Sehr gekonnt verwebt sie die historischen Fakten mit ihrer Geschichte und erzählt den Untergang zwar bewegend und nachvollziehbar, jedoch ohne Kitsch und Pathos!
Fazit
"Der Klang des Pianos" ist sicher eine der großen Buchüberraschungen des Jahres 2012! Die Mischung aus historischem Roman, Krimi und Liebesgeschichte ist durchweg stimmig. Die Autorin besitzt ein ausgesprochen gutes Sprachgefühl und schlüpft hervorragend in die Haut ihrer Figuren. Ein lesenswerter Roman für alle Alters- und Interessenschichten. Gerade die detaillierte Beschreibung der Arbeitsverhältnisse in Belfast macht "Der Klang des Pianos" auch für alle Titanicfans, die meinen, schon alles über den Ozeanriesen zu kennen, zu einer Pflichtlektüre.
10 Sterne10 Sterne10 Sterne10 Sterne10 Sterne10 Sterne10 Sterne10 Sterne10 Sterne10 Sterne
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Vorgeschlagen von Michael Krause [Profil]
veröffentlicht am 03. Juli 2012

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