Nina Blazon: Schattenauge

Schattenauge

Verlag: Ravensburger Verlag [mehr Bücher von diesem Verlag zeigen]
Sparte: Jugendroman
ISBN-13 978-3-473-58383-6

Preis: 0,47 Euro bei Amazon.de [Stand: 08. Dezember 2016]
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Zoe lebt zusammen mit ihrer allein erziehenden Mutter und dem jüngeren Bruder Leon. Da Zoes Mutter als Krankenschwester im Schichtdienst arbeitet, muss die Sechzehnjährige häufig ihren Bruder betreuen und ihre eigenen Unternehmungen abschreiben. Der Plan von Zoes Sportlehrerin, sie als Leichathletin in eine Elite-Trainingsgruppe aufzunehmen, sorgt für Sprengstoff in der kleinen Familie, weil dann die Mutter Rücksicht auf Zoes Trainingstermine nehmen müsste. Zoe ist ohnehin gerade genervt, weil David, von dem sie sich vor kurzem getrennt hat, mit ihrer ehemals besten Freundin Ellen zusammen ist. Die sportliche Zoe hat sich in letzter Zeit verändert; sie reagiert so extrem auf Gerüche, dass ihre Mutter unterstellt, Zoe könnte schwanger sein.

Aus einer zweiten Erzählperspektive, die durch einen eigenen Schrifttyp von Zoes Sicht abgegrenzt wird, erfahren wir von zwei Männern, Yrves und French, die Zoe beobachten. Die Stadt ist unsicher geworden, seit rätselhafte Todesfälle berichtet werden, bei denen das Opfer durch die Straßen gehetzt wurde, bis es sich in Panik in den Tod stürzte. Eine Person sorgt sich um Zoe, schreibt ihr Mails mit Ratschlägen, welche Bereiche der Stadt für sie sicher seien. Das Rästeln, ob diese Person Freund oder Feind ist, zieht die Spannungsschraube im Roman kräftig an. Auf welcher Seite die beiden Männer stehen, bleibt lange rätselhaft. Allmählich erkennt Zoe, dass sie die besondere Gabe hat, sich in eine Raubkatze zu verwandeln. Wenn die Verwandlung geschieht, wird sie Zoe nicht bewusst. Sie kann stets nur nachträglich vermuten, dass sie wieder einmal mit ihrem Katzenschatten verschmolzen ist und ihre Raubtierinstinkte geweckt wurden. Da Zoe und ihre Mutter sich Zuhause nur selten begegnen, konnte das Mädchen die beunruhigenden Zustände bisher verheimlichen. Als Zoe sich nach einer Verwandlung in atemberaubender Höhe in einer Brückenkonstruktion wiederfindet, gehört sie endgültig zu den Katzen. Die "Panthera" bilden ein kleine Gemeinschaft mit besonderem Ehrenkodex. Die unheimlichen Todesfälle in der Stadt führen zu gegenseitigem Misstrauen innerhalb der Gruppe; jeder von ihnen könnte der Täter sein oder auch das nächste Opfer. Eine interessante Verknüpfung besteht zwischen Zoe, der Gemeinschaft und einem alten Mann, für den Zoes Mutter Besorgungen erledigt. Der alte Rubio hat alle Zeit der Welt, die geheimnisvollen Vorgänge von seinem Fenster aus zu beobachten und zu dokumentieren.

Trotz der klaren optischen Trennung der Erzählerstimmen und Bewusstseinsebenen tappt man als Leser in der gespannten Atmosphäre des gegenseitigen Belauerns unter den Panthera geraume Zeit im Dunkeln. Die Frage, wie die Gruppenmitglieder zu ihren Raubkatzenschatten gekommen sind, wird erst zum Ende des Buches beantwortet. Dass gerade die sportliche Zoe zur Katze wird, wirkt durchaus glaubhaft. Besonders gelungen finde ich Zoes Familienleben, ihren mutigen Einsatz für ihre Interessen in der Auseinandersetzung mit ihrer Mutter und ihr fürsorgliches Verhalten gegenüber Leon, dem trotzigen kleinen Ungeheuer, das sich nachts vor Räubern füchtet.
Fazit
Als Großstadt-Krimi mit Gestaltwandlern erfordert Schattenauge Konzentration beim Lesen und ist keine leichte Lektüre, wie einige sie von diesem Genre erwarten werden.
6 Sterne6 Sterne6 Sterne6 Sterne6 Sterne6 Sterne6 Sterne6 Sterne6 Sterne6 Sterne
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Vorgeschlagen von Helga Buss [Profil]
veröffentlicht am 12. Dezember 2011

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