Mit dem Roman "Die Farm" verläßt John Grisham erstmals das
Thriller-Genre, um ein Familienepos aus den 50er Jahren zu schreiben. Errzählt
wird die Geschichte von Luke Chandler, der zusammen mit seinen Eltern und seinen
Großeltern auf einer Baumwollfarm in Arkansas lebt. Als die Erntezeit ansteht,
kommen nicht nur Leiharbeiter aus den Bergen, sondern auch Mexicaner. Konflikte
sind da vorprogrammiert. Einfühlsam erzält John Grisham die Geschichte der
Baumwollernte der Chandlers. Besonders die Figur von Luke Chandler, der aus der
Ich-Person erzählt, ist dem erfolgreichsten Autoren aller Zeiten besonders gut
gelungen. Egal ob er einen Konflikt mit seinen Eltern austrägt oder das erste
Mal ein nacktes Mädchen sieht, Grisham gelingt es, die Gefühle des Zehnjährigen
ohne Kitsch zu erzählen. Da Grisham aber ein Thrillerautor ist, kommt er nicht
ohne Mord aus, der aber perfekt in die Geschichte passt. Das hier rezensierte
Hörbuch wird von Charles Brauer gelesen, einem breiten Publikum als Assistent
von Manfred Krug in den Tatort-Krimis bekannt geworden. Er schafft es, die
Geschichte wunderbar harmonisch zu lesen und den verschiedenen Figuren auch
unterschiedliche Nuancen zu geben.
Fazit
Nachdem John Grisham mit seinen letzten Romanen die Thriller-Fans nicht mehr so
begeistern konnte, ist ihm mit "Die Farm" ein Roman gelungen, den man
ihm in dieser Forn nicht zugetraut hätte. Weit weg vom Grisham typischen Schema
"Anwalt gegen den Rest der Welt", erzählt Grisham eine Geschichte, die
in keiner Büchersammlung fehlen sollte.
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