Michael John Harrison: Nova

Nova

Verlag: Wilhelm Heyne Verlag [mehr Bücher von diesem Verlag zeigen]
Sparte: Science Fiction
ISBN-13 978-3-453-52291-6

Preis: aktuell keine Daten vorhanden
Saudade ist ein herunter gekommener Ort, in dem sich viele gescheiterte Existenzen nieder liessen. Der Grund ist eine rätselhafte Zone, die direkt an den Ort anschliesst. Vor Jahren öffnete sich ein Spalt im normalen Raum-Zeit-Kontinuum und vernichtete die Hälfte des Ortes. In dem Gefüge, dass sich nun in mehr oder weniger festen Grenzen auf dem erdfernen Planeten manifestierte, gelten andere Naturgesetze. Menschen können nur bedingt eine Weile bestehen. Ihr Alterungsprozess verschnellert sich drastisch oder fallen seltsamen Krankheiten zum Opfer, für die keine Heilungsmöglichkeiten bestehen. Dieses Risiko gehen Glücksritter aller coleur gerne ein, hoffen sie doch, seltene Artefakte zu finden. Damit kann man nicht nur viel Geld verdienen, sondern auch eine Menge Unheil anrichten. Daher ist nicht nur der Besuch der Zone verboten und unter Strafe gestellt, sondern auch lebensgefährlich.
Einer der Abenteurer die sich zu diesem lebensgefährlichen Übertritten in die Zone bekennt ist Vic Serotonin. Vic hat ein Problem, dass sich Paulie DeRaad nennt. Ihm verhökerte eines dieser Artefakte und nun ist der Schwarzhändler dabei sich körperlich und geistig zu verändern. Klar, der Schwarzhändler ist von dieser ungewollten Veränderung seines Lebens nicht begeistert und will Vic an den Kragen. Dem nicht genug ist der Ermittler Lens Aschemann auf den Fersen um ihn zu überführen. Das stört Vics neuen Auftrag. Er soll Elisabeth Kielar in die Zone führen, die unbedingt dort ein neues Leben beginnen will. Damit nicht genug verliebt er sich auch noch in seine psychisch labile Auftraggeberin. Zudem wächst die Zone und in ihrem Inneren geschehen seltsame Dinge. Vics Mentor Emil Bonaventura war angeblich bis in den Mittelpunkt der Zone vorgedrungen und Vic will mit Hilfe dessen Aufzeichnungen einen Weg dorthin finden. Elisabeth begleitet und Aschemann verfolgt ihn.
Fazit
Wer Zukunftsromane wie die Space Opera eines David Weber, einer Elisabeth Moon oder Lois McMaster Bujold erwartet wird enttäuscht. Wer auf die Landser-im-Weltraum Geschichten von Battletech / Mechwarrior oder Warhammer 40.000 steht, hat ebenfalls Probleme. Auch die Autoren wie Heinlein, Asimov oder Dick und die Cyberpunk-Romane der 80er Jahre sind kein Vergleich. Michael John Harrison beschreibt eine eher triste bis melancholische Zukunftswelt. Seine handelnden Personen sind alle miteinander Anti-Helden, die beim Leser auf wenig Sympathie stossen. Sei es der Ermittler Lens Aschemann, auf der ständigen Suche nach den Mördern seiner Frau, oder der mutierende Paulie DeRaad. Keine der Personen wirkt als Identifikationsfigur. Mit dem vorliegenden Buch, das in der gleichen Welt wie Licht spielt, aber keine direkte Fortsetzung darstellt, halten wir eher experimentelle Science Fiction mit lesenswerten Ansätzen in den Händen. Günstig wäre es jedoch, Licht gelesen zu haben, denn viele hier verwendete Begriffe gehen auf Licht zurück. Michael John Harrison beschreibt eine fremdartige Welt in seinem Roman Nova Swing, wie er im Original heisst. Aber er erklärt sie nicht. Er stellt den Leser vor die Wahl lesen und sich darin einfinden oder nicht lesen und das Buch aus der Hand legen. Letztere Leser werden sich dem Buch nie wieder nähern. Aus der Sicht seiner Handlungsträger betrachtet ist alles logisch und man hält sich nicht damit auf, die bestehende Welt zu beschreiben. Dafür bleibt dem Leser viel Platz für eigene Vorstellungen.
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Vorgeschlagen von erik schreiber [Profil]
veröffentlicht am 20. Januar 2009

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