Walter Moers: Der Schrecksenmeister

Der Schrecksenmeister

Verlag: Piper Verlag [mehr Bücher von diesem Verlag zeigen]
Sparte: Fantasy
ISBN-13 978-3-492-04937-5

Preis: 22,90 Euro bei Amazon.de [Stand: 25. September 2016]
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Sollten Sie ein hypochondrischer Zwerg sein, hüten Sie sich in Sledwaya im Reich Zamonien vor der Zwergengrippe. Sie ist nur eine der ausgesucht schrägen Krankheiten, die man sich mit etwas hypochondrischem Talent dort einfangen kann. Durch Sledwaya streift gerade hungrig Echo die Kratze, eine Katze, die mit anderen Lebewesen kommunizieren kann. Eine ausgehungerte Kratze kommt Schrecksenmeister Succubius Eißpin wie gerufen; denn Kratzenfett fehlt ihm noch in seiner Sammlung von Tierkörper-Fetten. Eißpins Fettsammelei dient der Konservierung von Düften, Furzen und Mundgerüchen aller Art. Zusätzlich ist das seltene Kratzenfett auch wichtiges Bestandteil eines lebensspendenden Elixiers. Schrecksenmeister Eißpin bietet Echo erlesene Verpflegung für die Dauer von vier Wochen an. Als Gegenleistung für seine kulinarische Versorgung soll Echo sich vertraglich verpflichten, anschließend Eißpin seinen Körper zu überlassen. Eißpin bewohnt ein Gemäuer vom Ausmaß einer multiplen norwegischen Stabkirche, bezeichnet sich als Meister der Katastrophenmalerei und gibt als Hobby Gruseltaxidermie an. Eine liebevoll beschriebene chaotische Hexenküche mit auf Hochglanz polierten Hexenkesseln und hauchdünn geschärften Messern lässt die Leser ins Zentrum Zamonischer Alchimie eintauchen. Der Zauberer zeigt sich als ausgefuchster Bösewicht, der telepathisch mit Pilzen verkehrt und nie um eine schlagfertige Antwort verlegen ist. Man munkelt, der große Meister sei der fünfte Apokalyptische Reiter.

Echo lebt nun in Eißpins Burg (mit seinen vielen Dächern und Türmen ist das Gemäuer ein ausgesuchtes Katzenparadies) und lernt die zahlreichen Mitbewohner des Schrecksenmeisters kennen: Ledermäuse, die Meister bakteriologischer Kriegsführung, gekochte Gespenster und Fjodor den einäugigen Schuhu, der so große Probleme mit Fremdwörtern hat, dass der Leser glaubt, beim Lesen von Fjodors Sprüchen seekrank zu werden. Fjodor ist der erste, der Fluchtpläne für Echo schmiedet und auch die letzte Schreckse Izanuela Anazazi, Trägerin des grünen Daumens und eine gefragte Naturheilerin, will Echo aus den Fängen Eißpins befreien. Izanuela und Echo versuchen gemeinsam, Eißpin mit einem Zaubertrank auf den rechten Weg zurück zu holen.

Hildegunst von Mythenmetz zeichnet wie üblich als Übersetzer verantwortlich für die Übertragung des Textes ins Neuzamonische, Moers für die Übersetzung ins Deutsche. Die Geschichte lehnt sich an Kellers Märchen "Spiegel, das Kätzchen" an.

Der Schrecksenmeister folgt als fünfter Band auf "Die 13 1/2 Leben des Käptn Blaubär", "Ensel und Krete","Rumo und die Wunder im Dunkeln" und "Die Stadt der Träumenden Bücher".
Fazit
Im Vergleich zur urigen "Stadt der träumenden Bücher" fällt es dem mäßig spannenden "Schrecksenmeister" erheblich schwerer, seine Leser zu fesseln. Moers Geschichte aus kätzischer Perspektive wirkt recht düster, Eißpins kulinarische Machenschaften sind für Katzenliebhaber gewöhnungsbedürftig. Moers unerschöpflicher Vorrat an pfiffigen Wortschöpfungen, seine Welt skurriler Gestalten und die ironische Darstellung des bürokratischen Gesamt-Sledwayanischen Systems erfreut Moers-Liebhaber ebenso wie die Umschlag-Gestaltung und üppige Schwarz-Weiß-Illustrationen des Buches.
7 Sterne7 Sterne7 Sterne7 Sterne7 Sterne7 Sterne7 Sterne7 Sterne7 Sterne7 Sterne
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Vorgeschlagen von Helga Buss [Profil]
veröffentlicht am 27. August 2008

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