Charles Coleman Finlay: Der verlorene Troll

Der verlorene Troll

Verlag: Klett-Cotta Verlag [mehr Bücher von diesem Verlag zeigen]
Sparte: Fantasy
ISBN-13 978-3-608-93786-2

Preis: 0,73 Euro bei Amazon.de [Stand: 08. Dezember 2016]
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Yvon ist ein Ritter auf der Burg von Lord Gruethrists, der sich daran macht, mit Lady Xaragitte und dem Königssohn Claye aus der belagerten Burg zu fliehen. Der Fall der Burg ist nur noch eine Frage der Zeit, denn Lord Gruethrist stecke seine Burg selbst in Brand um Yvon, die Amme Lady Xaragitte und seinem Sohn im Säuglingsalter zu ermöglichen. Über den Abtritt fliehen sie aus der Burg, die von einem Günstling der Kaiserin belagert wird. Doch ein Glockenbannzauber scheint die Flucht schon vorzeitig zu beenden. Die beiden Menschen sind unterwegs zu Clayes Grossmutter Ambit, die nur zwei Tagesreisen entfernt lebt. Doch die Flucht endet tragisch und lediglich der kleine Claye überlebt. Bis zu diesem Zeitpunkt erweckt der Autor beim Leser den Eindruck, die Flucht könne gelingen. Inzwischen lernte der Leser Mammuts kennen, weiss, dass in den Flüssen Dämonen wohnen und anderes mehr. Die Welt wird mit jedem Schritt der Hauptpersonen grösser und wunderbarer. Da verwundert es auch nicht, wenn Trolle in der Erzählung auftauchen. Ja man wartet sogar darauf, weil der Titel des Buches darauf hinweist.
Windys Kind ist tot, bei der Geburt gestorben. Als sie den jungen Menschensäugling findet, nimmt ihn sie sofort an. Sie ist ein Troll und ihr macht es nichts aus, den Säugling anzunehmen. Hauptsache ein Kind, ihr Kind. Auch, wenn die Sippe dagegen ist. Zeitlebens wird Claye, der ab sofort Made genannt wird, ein Aussenseiter bei den Trollen sein. Dabei hilft seine Cleverness, der Sippe zu überleben. Die Trolle sind ein vom Aussterben bedrohtes Volk. Zum einen, weil nicht viele Kinder geboren werden und zum anderen, weil die Menschen die etwas einfältigen Trolle bekämpfen.
Der vorliegende Roman ist ähnlich den Romanen von Edgar Rice Burroughs Tarzan aufgebaut. Ähnlich dem englischen Adligen, der als edler Wilder durch die Romane geistert, erlebt Made, der bald wieder seinen Namen Claye erhält, seine Abenteuer. Charles Coleman Finlay muss sich den Vergleich mit dem 1950 verstorbenen Tarzan-Autoren gefallen lassen. Zu ähnlich sind die Verbindungen zu dessen Werken. Beide, Tarzan und Claye, sind adliger Abstammung. Beide werden von Wilden, dort Affen, hier Trolle, aufgezogen. Charles Coleman Finlay geht in seiner Erzählung darauf ein, wie unterschiedlich die Rassen Troll und Mensch doch sind. Während wir eine Zeitlang erleben, wie Made bei den Trollen lebt und sich deren Anschauungen und Lebensweise zu eigen macht, erkennen wir auf seinen späteren Reisen, wie er versucht, ein Mensch zu werden. In der Natur der Sache liegt, dass sie die Anschauungen in vielen Dingen entgegengesetzt verhalten. Dafür sind die Personen sehr schön geschildert und man kann als Leser mit ihnen leiden und leben. Made, der von den Trollen der Sippe immer wieder herausgefordert wird, ist dies irgendwann leid und zieht zu den Menschen. Doch dort ist der edle Wilde nicht gern gesehen. Zu sehr ähnelt er den Trollen, die weder lügen noch intrigieren. All das lernt er erst bei den Menschen und seinen ehrlichen und verlogenen Freunden kennen.
Fazit
Ähnlich wie Tarzan lernt Made, der bei den Menschen bald wieder Claye genannt wird, eine Frau kennen und lieben. Doch es ist eher eine hoffnungslose Liebe. Die Liebe ist auch eines der Gefühle, das Claye lernen muss. Ebenso wie einige andere Gefühle. Er lernt die ganzen guten und schlechten Eigenschaften der Menschheit kennen. Wie der Titel uns schon andeutet ist der Roman ganz dem Mensch-Troll Claye gewidmet ist. Einer Person, die hin und her gerissen ist zwischen seinem Leben als Troll und den Wurzeln als Mensch und Ausflügen in die Welt der Menschen.
Allein durch die Nähe zu Tarzan ist der Handlungsfaden mit seinem Schlussknoten erkennbar und damit nicht überraschend. Allerdings hege ich die Befürchtung, dass sein schnelles Ende Raum für weitere Abenteuer offen lässt, die in Folgebüchern erscheinen werden. Der verlorene Troll ist ein spannender Roman den ich gerne gelesen habe.
6 Sterne6 Sterne6 Sterne6 Sterne6 Sterne6 Sterne6 Sterne6 Sterne6 Sterne6 Sterne

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Vorgeschlagen von erik schreiber [Profil]
veröffentlicht am 19. Juni 2008

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