Josef Pelz von Felinau: TITANIC - Tragödie eines Ozeanriesen

TITANIC - Tragödie eines Ozeanriesen

Verlag: Maindruck Verlag [mehr Bücher von diesem Verlag zeigen]
Sparte: historischer Roman
ISBN-13 978-3-920614-01-4

Preis: 20,00 Euro bei Amazon.de [Stand: 06. Dezember 2016]
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Sein Buch gilt mittlerweile als "der Klassiker unter den TITANIC-Büchern"! Was ist das für ein Buch? Es ist ein Roman über den historischen Untergang der TITANIC.

Richtigerweise müßte man aber sagen, das diese Geschichte in romanhafter Form geschrieben wurde und literarisch durchaus als wertvoll gilt. Leider gibt es Menschen die Felinau, 1895 geboren, für einen Nazi hielten. Das war er nicht!

Die Hintergründe, für Buch voller Geschichte mit ganz eigener Geschichte:
Josef Pelz von Felinau erlebte 17-jährig die Epoche und tat das als einer der ersten, was wir heute mit dem Thema machen: Sammeln und recherchieren! Für ihn waren die damaligen Zeitungsmeldungen tagesaktuell. Er schrieb schon sehr früh diverse Zeitungsberichte und hatte die Möglichkeit viele Leute zu befragen. Auch hat er sich mit dem englischen Untersuchungsbericht auseinandergesetzt. Er fasste verschiedenste Dinge zusammen und brachte ein literarisch höchst interessantes Werk hervor!

Im Jahre 1930, Felinau war inzwischen 35 Jahre alt, veröffentlichte er erstmalig die sogenannte "Original"-Fassung. Doch ab 1939 wurde auch er wie viele Künstler und Autoren gezwungen sein Buch umzuschreiben, als Hatz gegen die Briten. Sogar der Ursprungsverlag wurde behindert und sozusagen "dicht gemacht". Gleichzeitig setzte man sehr geschickt einen Hochstapler auf ihn an: In der 1939er Propaganda-Ausgabe kann man ein Vorwort von einem Max-Dittmar Pitmann lesen, der angeblich seiner Zeit Offizier der TITANIC gewesen sein will. Das ist falsch! Dieser Pitmann hat mit dem echten Pitman nichts zu tun. Vielmehr brachte diese Kombination den Verkaufserfolg des Buches auf ungeahnte Rekordhöhe. Mit jeder Neuauflage wurde das Buch dicker und umfangreicher. Sogar die 1944er Wehrmachtsausgabe ist als Taschenbuch dicker als das gebundene Original!

In Teilen wurde aus diesem Nazi-propagandistischen Machwerk sogar im deutschen TITANIC-Film zitiert. Das war 1943/44! Felinau konnte so gerade noch verhindern, daß sein Name auch noch als Drehbuchautor mißbraucht wird.

Übrigens, in den Naziausgaben stimmen auch die Zusammenhänge mit der TITANIC nicht: Sie fährt in dem Propagandawerk mit nie dagewesener Geschwindigkeit von 26, 5 Knoten (!) und auch sonstige Verhältnisse stimmten zueinander nicht. Tenor des Ganzen: Mit einem deutschen Schiff unter deutsche Besatzung wäre das Ganze nicht passiert!

Direkt nach Kriegsende erschien wieder die eigentlich Original-Aussgabe im Original-Verlag, der auch wieder zugelassen wurde. Das der Verlag überhaupt durch die Nazis platt gemacht wurde, lag einzigst daran, das die damalige Geschäftsführung nicht "rein-arischen Ursprungs" war. Und man hätte nach Kriegsende Felinau bestimmt nicht als Titel wieder aufgenommen, wenn dieser sich entsprechend im Naziregime verhalten hätte.

In dem Zusammenhang ist interessant, das die Nazis Felinau auch in weiteren Sachen TITANIC-Propaganda missbrauchten. Er mußte als Überlebender der Katastrophe ein Radiointerview über sich ergehen lassen. Sein Name: Pelz von Feliran! Das Interview soll dann, so die damalige Berichterstattung direkt nach der Rettung durch die CARPATHIA geführt worden sein. Von diesem Interview kann ich persönlich berichten, da ich es einmal zu hören bekam und fand es sehr erschreckend. Aber auch diese Masche förderte den Absatz des Buches.

Seit Kriegsende wird dieses Werk nun wieder im Ursprungsoriginal aufgelegt und wird so bis heute unverändert aufgelegt. Es ist einzigst dem Verlag zu verdanken, das es dieses Werk überhaupt noch gibt. Jedem TITANIC-Interessierten kann dieses Buch nur wämrstens empfehlen, denn es ist in der "Sprache der Zeit" geschrieben. Nur jemand der die Epoche erlebt hat, weiß wie die Menschen füher geredet und gesprochen haben. Weiß, wie die Gesellschaftsschichten war. Und weiß auch, was hinter vorgehaltener Hand über diese größte Schiffskatastrophe in Friedenszeiten gemunkelt wurde.

Ein Tipp für die Wissbegierigen: Felinau hat nur die Namen von Personen, die überlebt haben, leicht verändert (z.B. Offizier Lightoller in "Lightolder"). So konnte er die Figuren durchaus auch einmal einen Satz sagen lassen, den sie so tatsächlich nie gesagt haben. Literarisch hervorragend gelöst!
Fazit
Fazit: Das Buch ist sehr spannend geschrieben. Und ich würde sagen es gehört zu Pflichtlektüre derer, die gerne spannende Romane lesen.
9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne

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Vorgeschlagen von Dirk [Profil]
veröffentlicht am 04. Januar 2005

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