D. M. Cornish: Monster Blood Tattoo

Monster Blood Tattoo

Verlag: Carl Hanser Verlag [mehr Bücher von diesem Verlag zeigen]
Sparte: Belletristik
ISBN-13 978-3-446-20849-0

Preis: aktuell keine Daten vorhanden
Rosamund ist ein Findelkind, der eines Tages vor der Tür eines Waisenhauses abgelegt wurde. Es ist Madam Operas ausserordentliche Marineanstalt für Findelkinder. In dem kleinen Korb lag nur ein kleiner Zettel, mit dem Namen Rosamund. Für einen Jungen ein sehr ungewöhnlicher Name und mit der Zeit das Ziel von Spott und Hähme. Daher hat es der Junge nicht sehr leicht. Vor allem Gosling, der grösser und stärker als er ist, macht ihm das Leben zur Hölle. Lediglich ein paar Erwachsene sorgen sich um den Jungen. Da ist der Schlafsaalaufseher Fransitart, der ein Auge auf den Jungen geworfen hat. Oder auch die Angestellte Verline, die sich immer wieder um ihn kümmert. Verline versorgt Rosamund mit Heften über mutige Monsterjäger und mordende Monster.
Jeder der Jungen dieses Waisenhauses hofft, auf ein Schiff der Marine zu gelangen, um dort Dienst zu tun und eine Stütze der Gemeinschaft zu sein. Dieses Ziel wird ihnen seit sie im Waisenhaus angenommen wurden vor Augen gehalten. Doch von den älteren Jungen wurden bisher Rosamund und Gosling nicht genommen. Und dann geschieht es. Rosamund darf das Waisenhaus verlassen. Doch nicht die Marine holt ihn ab, sondern ein Mann der Laternenanzündergilde. Mr. Sebastipol nimmt ihn mit sich und schickt ihn auf ein Schiff, damit er nach Winstermill fährt um dort seinen Dienst als Laternenanzünder aufnimmt. Damit platzt erst einmal der Traum von der Seefahrt. Seine Abenteuer beginnen jedoch, als er auf dem falschen Schiff anheuert, dass ihn an sein Ziel bringen soll. Der finstere Kapitän Poundich shanghait ihn, seine Flucht führt zur berühmten Monsterjägerin Europa, mit der er einige haarsträubende Abenteuer erlebt.
Das Land in dem Rosamund lebt ist zwiespältig. Auf der einen Seite leben die Menschen in sicheren Häusern, Dörfern und Städten. Auf der anderen Seite leben ausserhalb der menschlichen Ansiedlungen die Monster. Viel weiss Rosamund nicht über die gefährlichen Wesen aus seinen Heften, in denen die Monsterjäger, Skolds und Lahzaren gegen die Monster kämpfen und jedes Mal obsiegen. Erst als er mit Miss Europa unterwegs ist, lernt er die Monster kennen. Dabei stellt er fest, dass nicht alle Monster böse sind. Die Eigenschaft, die ihnen zugewiesen wurde stimmt nicht ganz. Im Gegenteil, mit Kapitän Poundich lernt er einen Menschen kennen, der schlimmer ist als ein Monster.
Fazit
Ich habe das Buch mit 326 Seiten angegeben. Damit ist der Reine Roman gemeint. Bis zur letzten, der 416 Seiten füllen sich die Seiten mit Erklärungen, Karten, Zeichnungen und Hinweisen. Das ist für viele Leser sicherlich hilfreich. Mir persönlich haben die vielen Zeichnungen sehr gut gefallen. Ich lernte die beteiligten literarischen Persönlichkeiten mit Bildern kennen, was den Lesegenuss nur verstärkte. Da dies ein Jugendbuch ist machen gerade die vielen Zeichnungen das Buch für die jüngere Leserschaft lesenswert.
Die Erzählung selbst geht langsam an und wird mit Fortschreiten der Handlung immer interessanter und spannender. Dabei lässt der Autor D. M. Cornish die verschiedensten Aussagen nicht einfach so im Raum stehen. Das war er sagt, lässt er gleich durch seine Handlungsträger wie Miss Europa und Verline oder Frantistart und Poundich, vor allem aber durch Rosamund selbst, hinterfragen. Rosamund, der gern einmal Dämonenjäger werden wollte, muss erkennen, dass die Meinung hier Mensch, dort Monster, hier gut, dort böse, nicht stimmt. Die Monsterjäger und andere Menschen sind manchmal schlimmer als die Monster selbst. Es gelingt ihm sogar die Monsterjägerin Europa dazu zu überreden, ein Monster vom Schiff des Kapitäns Poundrich zu befreien. Mit dieser Tat steigt er in der Hochachtung der Frau, obwohl sie es nicht zugibt. Auch andere, nicht so spektakuläre, aber immer aus dem Gefühl heraus resultierende Taten, lassen ihn in der Gunst seiner Begleiter steigen. Dieses Kinderbuch ist eines derjenigen Bücher die mir sehr gut gefallen haben. Manchmal, aber nur manchmal, wünschte ich mir, ich wäre wieder Kind oder hätte in meiner Kindheit so gut aufgemachte Bücher besessen. Die Qualität mit der Goldfolie auf dem Umschlag, den schönen Zeichnungen und den Karten zur Übersicht, gleich zwei Lesebändchen, das alles zeigt gute Buchmacherkunst. Zur Übersetzung kann ich nichts sagen, da ich das Buch im Original nicht kenne. Aber es liess sich sehr flüssig lesen.
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Vorgeschlagen von erik schreiber [Profil]
veröffentlicht am 30. Mai 2008

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