Der Hotel-Pianist ist eine Frau. Sie heißt mal Hanna, mal Mimi oder Selina, lebt
illegal in Berlin und schlägt sich mit dubiosen Jobs für dubiose Auftraggeber
durch. Ohne Papiere, ohne Krankenversicherung. Wenn jemand sie zu genau ansieht,
wird es Zeit, Wohnung und Arbeit zu wechseln. Ihre Arbeitgeber nutzen ihr Wissen
über den illegalen Status der Fremden so weit wie möglich aus. Eine
Muttersprache will sie nicht haben; in ihren Stiefmuttersprachen träumt,
verhandelt und übersetzt sie. Von der ersten Seite an bangen die Leser mit ihr,
dass sie gesund bleibt, dass sie den merkwürdigen Russen entkommt, die sie
bedrohen, dass sie nicht unter die Räder kommt. Doch verblüfft erleben wir eine
starke Hauptfigur, die mit messerscharfem Urteil die Halbwelt der
Nachtschwärmer, Barbesucher und Villenbesitzer seziert. In rasantem Erzähltempo
wird ein Berlin portraitiert, das an die Zwanziger Jahre erinnert. Die Fremde
erlebt immer wieder spontane Hilfsbereitschaft, Anzeichen von Zuneigung, auf die
sie sich nicht einlassen mag. Schließlich findet sie in einem todkranken alten
Mann ihren Meister.
Fazit
Ein realistisches und zugleich märchenhaft-melancholisches Buch - unbedingt
lesenswert!
weitere Rezension zu diesem Buch schreiben Rezension als PDF-Datei speichern Direkt verlinken: http://www.buchtips.net/rez2307.htm Vorgeschlagen von Helga Buss
[Profil] | ||||
© by Buchtips.net 2002 - 2008 - Kontakt hosted by bw-networx | supporting gospelBlog.de Statistik: Besucher gesamt seit 22.08.2005: 573.174 gerade online: 14 | ||||