In der Reihe "Familienbande" des Bastei-Verlages ( z. B. Die Kennedys,
Die Wagners, Die Guccis, etc.) veröffentlichte Thomas Rother bereits einen Band
über "Die Krupps". Seine zweite Biografie über die Prominenz des
Ruhrgebiets widmet sich den Thyssens, der anderen mächtigen Stahldynastie ihrer
Zeit. Drei herausragende Gestalten der Familie stellt Rother in den Mittelpunkt:
August, den Gründer, Fritz, den Sohn, und Hans-Heinrich, den Enkel. Er berichtet
Persönliches und reflektiert anhand der einzelnen Lebensgeschichte jeweils ein
Stück Zeitgeschichte. August Thyssen erlebt die Zeit der Industrialisierung,
Sohn Fritz den Nationalsozialismus, und Enkel Hans-Heinrich lebt in der
glitzernden Konsumwelt der Moderne. In einem lockeren Erzählstil beschreibt der
zweifelsohne sachkundige Autor den glorreichen Aufstieg und tragischen
Niedergang des gigantischen Industrie - Imperiums. Der bunte Reigen umfaßt dabei
neben Scheidungskriegen und Erbschaftsstreitereien zum Beispiel auch die
Verstrickung des Konzerns mit dem Nazi-Regime, wobei allerdings Fakten und
Aussagen jedoch an der unterhaltsamen Oberfläche bleiben. Rother nennt zwar
gesellschaftliche und historische Zusammenhänge, vertieft und hinterfragt sie
allerdings kaum. Was fehlt, ist eine tiefergehende Analyse, und so liest sich
diese Biografie als schillernde Familiensaga. Wenigstens die Hauptaussage
tröstet: Geld macht auch nicht glücklich!
Fazit
Ganz interessant, aber zu oberflächlich.
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