Gina B. Nahei: Die Braut, die im Mondlicht davonflog

Die Braut, die im Mondlicht davonflog

Verlag: Bastei Lübbe [mehr Bücher von diesem Verlag zeigen]
Sparte: Belletristik
ISBN-13 978-3-404-14788-5

Preis: aktuell keine Daten vorhanden
In dieser schönen Geschichte vom Suchen und Verlieren begegnen sich Morgen- und Abendland.

Wer hat sich bloß diesen Titel ausgedacht? Diese Frage stellt sich nicht nur beim Kauf des Buches, sondern vor allem bei der Lektüre. Zwar fliegt die Heldin davon, aber eine Braut ist sie da längst nicht mehr. Oder doch?
Aber der Roman entschädigt für den Titel; es macht Spaß ihn zu lesen und jeder der Gabriel Garcia Márquez mag und Isabelle Allende schätzt wird hier auf seine Kosten kommen.

Roxanna ist das schönste Mädchen des iranischen Ghettos. Als sie ein kleines Mädchen ist, wachsen ihr Flügel und sie fliegt mitten in der Nacht einfach davon. Aber Roxanna ist ein Kind des Unglücks, denn das Schicksal der Frauen ihrer Familie besteht in der Flucht - und so flieht sie denn als erwachsene Frau auch vor ihrem liebenden Mann Sohrab, der sie aus der Armut holte und in sein prunkvolles Haus nach Teheran brachte. Vor allem aber flieht sie vor Sohrabs Vater Teymur, nach dem sie sich in Liebe verzehrt und vor den Augen ihrer kleinen Tochter Lili, die eines Nachts mit ansehen muss, wie ihre Mutter vom Balkon in die sternenreiche Nacht stürzt und einfach davonfliegt.
Lili und ihre Tante begeben sich auf die Suche nach der verschollenen Roxanna, dem Engel, der sich in einem Bordell zahlreichen Männern hingeben muss. Erst siebzehn Jahre später werden sie sich in Amerika wiedersehen...
Man erfährt viel über die Wirrungen, Irrungen und die Machtwechsel im Iran und die entwurzelten Menschen, die schließlich in den Vereinigten Staaten Asyl und Glück suchen.

Die iranische Autorin Gina B. Nahei erzählt in der Tradition des fantastischen Realismus vom Verlieren und Wiederfinden, von verbotener Liebe und unausweichlichem Schicksal, von Entwurzelung und Neuanfang.

Gina B. Nahei lebt mit ihrem Mann und ihren Kindern in Los Angeles. Sie ist Dozentin für iranisch-jüdische Geschichte. Bereits mit ihrem ersten Roman "Der Ruf der Pfauentochter" (1991) gelang ihr ein beachtliches Debüt.
Fazit
Für alle Liebhaber/innen des Fantastischen Realismus
7 Sterne7 Sterne7 Sterne7 Sterne7 Sterne7 Sterne7 Sterne7 Sterne7 Sterne7 Sterne

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Vorgeschlagen von Heide John [Profil]
veröffentlicht am 23. August 2005

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