Jasper Fforde: In einem anderen Buch

In einem anderen Buch

Verlag: dtv [mehr Bücher von diesem Verlag zeigen]
Sparte: Fantasy
ISBN-13 978-3-423-24430-5

Preis: 0,99 Euro bei Amazon.de [Stand: 29. September 2016]
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"In einem anderen Buch" setzt der in Wales lebende Autor Jasper Fforde seinem genre-übergreifenden Debut "Der Fall Jane Eyre" noch eins drauf: die smarte Literatur-Agentin Thursday Next muß diesmal nicht nur eine bekannte Romanfigur, sondern gleich die ganze Welt retten. Wenn es ihr nicht gelingt, rechtzeitig einzugreifen, wird sich der Planet am 12. Dezember um 20.23 Uhr in eine schleimige rosa Masse verwandeln. Außerdem ist sie schwanger, ihr Gatte Landen Parke-Laine wird von der Chrono-Guard genichtet, die Goliath-Corporation ist hinter ihr her und ihr Arbeitgeber SpecOps strengt ein Untersuchungsverfahren gegen sie an. Und das ist nicht alles: irgendjemand will sie ermorden, indem er Zufälle manipuliert und die unwahrscheinlichsten Dinge auf einmal geschehen lässt. Doch zum Glück ist Thursday ja nicht auf den Kopf gefallen, und sie weiß ihren außerhalb von Zeit und Raum lebenden Vater und ihren loyalen Kollegen Boyden Cable an ihrer Seite. Diese Unterstützung braucht sie auch, denn um ihren Ehemann zu retten, muß sie wieder einmal literarische Welten betreten. Doch diesmal geht sie bei Miss Havisham in die Lehre - einer Mitarbeiterin der "Jurisfiction", der Geheimpolizei der Bücherwelt. Mit ihr springt sie von Buch zu Buch, repariert Webfehler in Handlungssträngen, oder tritt wortsaugenden Grammasiten gegenüber. Auch in der Großen Bibliothek, dem Hauptquartier der Jurisfiction kommt der Leser aus dem Staunen nicht mehr raus: die Cheshire Cat fungiert als Bibliothekar, als Kommunikationshilfe gibt es das Fußnotofon, angeblich existiert ein mysteriöser Brunnen unveröffentlichter Manuskripte, und vieles, vieles mehr. Nach dem Erfolg seines ersten Bandes über die clevere Heldin Thursday Next läuft Jasper Fforde im zweiten Teil zu großer Form auf. Er zaubert so viele witzige und bizarre Ideen aus dem Hut, daß es dem Übersetzer Joachim Stern wohl einige zuviele waren: in der deutschen Fassung fehlen leider etliche Passagen. Das ist schade, denn so gingen einige markante Seitenhiebe auf Goliath oder die Erwähnung einer SpecOps Abteilung 31, der "Behörde zur Bildung des guten Geschmacks" verloren. Auch vom ironisch-flüssigen Schreibstil Ffordes, bei dem jedes einzelne Wort da sitzt, wo es hingehört, bleibt im Deutschen sehr viel auf der Strecke, und die Wortspiele und sarkastischen Anspielungen funktionieren, wenn überhaupt, dann natürlich keineswegs so wie im englischen Original. Dennoch gibt es von den bizarren Einfällen, witzigen Betrachtungen und komischen Sprüchen noch mehr als genug - denn eines muß man diesem Autor lassen: der Mann hat Ffantasie!
Fazit
Eine Fantasy-Thriller-Kriminal-Romanze, die vor schrägen Gegebenheiten nur so wimmelt. Jasper Fforde will gut unterhalten, und das tut er auf witzige und intelligente Art und Weise. Wer es sich zutraut, sollte das Buch im Original lesen.
8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne
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Vorgeschlagen von Annette Rieck [Profil]
veröffentlicht am 21. Februar 2005

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