Interview mit Frank Lauenroth: Der Marathonmann

Im Frühjahr 2005 wurden im Rahmen des Roman-Wettbewerbes "Deutschland schreibt" vier Romane von einer Jury ausgewählt und prämiert. Frank Lauenroths Roman "Simon befiehlt" war eines dieser Werke. Mit "Boston Run" hat Frank Lauenroth jetzt einen packenden Thriller vorgelegt, in dessen Mittelpunkt eine dramatische Jagd während des traditionsreichen Rennen steht. Buchtips hat mit dem Autor über die Entstehung von "Boston Run" gesprochen.

Michael Krause: Wie ist die Idee zu BOSTON RUN entstanden?
Frank Lauenroth: Ich lief 2005 den Hamburg-Marathon und meine Bekannten und Freunde kamen nach meinem nicht sehr erfolgreichen Abschneiden zu dem Schluss: "Schreib doch mal einen Roman über einen Marathon". Das nahm ich nicht ernst, wehrte ab und vergaß das Ganze, bis wieder einmal Lance Armstrong die Tour de France dominierte. Ich sah, dass der Glaube an Talent und Training allein nicht genügte. Ich zählte 1 und 1 zusammen und sagte mir: So eine Droge gibt es schon, aber ein Roman über ein Etappenrennen mag vielleicht Seiten füllend, wohl aber schwerlich spannend zu gestalten sein. Boston als Urvater aller Marathons hatte den Vorteil einer halbwegs geraden Stecke - und somit keines Rundkurses, wo sich der Leser hätte fragen können, warum die NSA nicht abkürzen würde - und so war die Idee zu BOSTON RUN geboren.

MK: Wie lange hat die Arbeit an dem Roman gedauert?
FL: Drei Jahre Brutto - mit einem Job nebenbei war es leider nicht so schnell, wie ursprünglich von mir erhofft.

MK: Wie umfangreich waren die Recherchen? Immerhin mussten Sie auch die Arbeitsweise der NSA darstellen.
FL: Bei den Recherchen habe ich mich vor allem auf die Authentizität der Strecke konzentriert. Bezüglich der NSA habe ich mir die offizielle Website angesehen, dort aber wenig Brauchbares gefunden, insofern ist nahezu alles, was die Arbeitsweise angeht ... künstlerische Freiheit.

MK: Stand von Anfang an fest, dass der Roman bei BoD publiziert wird?
FL: Ich hatte ein ziemlich genaues Bild des Covers vor meinem geistigen Auge und hatte - bevor ich auch nur einen Satz geschrieben hatte - das Cover designed und dann mit dem Schreiben angefangen. Da ich beides - Cover und Inhalt - als Synergie ansehe, wollte ich auf jeden Fall über BoD gehen.

MK: Planen Sie Ihre Romane sehr detailliert oder lassen Sie sich von der Handlung treiben?
FL: Ich starte mit einer Tabelle, wo wer was ungefähr tun wird. Das Gros ist also bereits zu Beginn fertig. Wie auch der Schlusssatz :-) Erst dann fülle ich die Knochen mit Fleisch. Und im Rahmen dieser Möglichkeiten lasse ich mich noch treiben.

MK: Sie haben auch zahlreiche Kurzgeschichten geschrieben. Was macht mehr Spaß - das Schreiben eines Romans oder einer Kurzgeschichte?
FL: Roman! Es ist soviel befriedigender, die ganzen losen Enden zu einem Seil zu verbinden, als in einer Short-Story zwei Haken zu schlagen.

MK: Können Sie uns zum Schluss schon etwas über Ihr neues Projekt verraten?
FL: Nur soviel: Es wird ein SF-Roman. Irgendwo zwischen Minority Report und Newromancer, aber dennoch einzigartig :-)

Vielen Dank für das Gespräch. Mehr über Frank Lauenroth gibt es unter www.franklauenroth.de.

Weitere Artikel hier

Buchtips.net 2002 - 2018  |  Kontakt  |  Impressum