"Ich habe ein Herz für zwielichtige Charaktere"

In Ihrem Romandebüt "Aeternum" lasst die in Karlsruhe geborene Autorin Andrea Bottlinger den alten Kampf Gut gegen Böse wieder aufleben. Schauplatz ist Berlin, das in den Mittelpunkt einer Schlacht um das Schicksal der Welt rückt. Buchtips.net sprach mit Andrea Bottlinger über ihr Romandebüt.

Michael Krause: In dem Roman geht es um den Kampf zwischen Gut und Böse. Was hat Sie an dieser Konstellation gereizt?
Andrea Bottlinger: Mich hat daran gereizt, die Thematik aufzugreifen und dann zu brechen. Je länger meine Protagonisten darüber nachdenken, was eigentlich richtig und was falsch ist, desto mehr verwischen für sie die Grenzen. Dazu kommt natürlich der Spaß, die Gruppierung, die eigentlich als „gut“ gilt, nämlich die Engel, zu den Antagonisten zu machen ... zumindest den einen oder anderen davon.

MK: Hat die Geschichte eine spezielle Moral?
AB: Das sollte jeder Leser selbst für sich herausfinden.

MK: Wie viel Zeit ist von der Idee bis zum fertigen Manuskript vergangen?
AB: Ungefähr ein Jahr.

MK: Gab es für den Roman ein festes Handlungsgerüst oder nur kurze Stichpunkte, um Ihrer Kreativität freien Lauf zu lassen?
AB: Meine Kreativität lässt sich durch ein festes Handlungsgerüst normalerweise nicht aufhalten. Ich verfasse meistens vor dem Schreibbeginn ein Exposé und nach dem Ende noch einmal eines, weil das alte nicht mehr stimmt.

MK: Welche Figur aus "Aeternum" ist Ihnen besonders ans Herz gewachsen?
AB: Ich mag Balthasar am liebsten. Ich habe ein Herz für zwielichtige Charaktere.

MK: Wie hat sich die Liebe zur Fantasy-Literatur bei Ihnen bemerkbar gemacht?
AB: Je mehr sich mein Bücherregal mit Fantasy-Romanen füllte, desto schwerer ließ sie sich leugnen.

MK: Wann haben Sie Ihre erste Geschichte geschrieben?
AB: Mit 10, glaube ich.

MK: Welche Autoren haben Sie beeinflusst?
AB: Wahrscheinlich so ziemlich jeder Autor, dessen Werke ich gelesen und nicht sofort wieder vergessen habe. Das Unterbewusstsein ist ja so ein bisschen wie ein Schwamm und saugt alles auf, was es finden kann, um es dann in anderer Form wieder auszuspucken.

MK: Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei Ihnen aus?
AB: Ich wache auf, schalte den Computer ein und versuche die Welt lange genug zu ignorieren, um ein paar Seiten zu schreiben. Das funktioniert nicht immer. Vorher noch „schnell“ E-Mails nachschauen ist meistens tödlich.

MK: Wie entspannen Sie sich?
AB: Ich schreibe.

MK: Ein paar Worte zum nächsten Projekt...
AB: Ich habe noch nicht entschieden, was das nächste Projekt wird.

MK: Vielen Dank für das Gespräch!

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